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Volksschauspielerin : Heidi bleibt Heidi: Ohnsorg-Star Mahler wird 70

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Die Tochter von Heidi Kabel sorgte viele Jahre lang gemeinsam mit ihrer berühmten Mutter für süffisante Unterhaltung auf der Ohnsorg-Bühne. Heute spielt Heidi Mahler die Rollen, die ihre Mutter prägte.

Hamburg | Ihren Tonfall habe sie immer noch im Ohr, sagt Heidi Mahler, auch wenn sie versuche, „eigene Farben hinzuzufügen“. „Meine Mutter war eine tolle Schauspielerin und es war beglückend mit ihr auf der Bühne zu stehen“, erinnert sich die Tochter der Hamburger Volksschauspielerin Heidi Kabel (1914-2010) und des Ohnsorg-Intendanten Hans Mahler (1900-1970).

„Das war gelebt, bedacht, beobachtet, erfühlt. Heute, wo ich ihr diese oder jene Rolle 'nachspiele', begreife ich allzu oft, dass es einfach keine Alternative zu ihrer Gestaltung gibt, dass sie die perfekte Lösung gefunden hatte und wie höllisch schwer es ist, den Eindruck zu vermeiden, ich kopiere sie“, sagt die Schauspielerin, die am Freitag (31. Januar) ihren 70. Geburtstag feiert.

Heidi Mahler wächst mit ihren beiden Brüdern Jan-Rasmus und Heiko in einem liberalen Elternhaus auf. „Es herrschte ein Klima äußerster Toleranz. Es wurde wenig “verboten„, doch wenn, dann galt dies ohne Widerspruch.“ Zu Hause war Heidi Kabel „immer nur unsere Mami. Es gab keine Allüren und kein Theater“, erinnert sich die Tochter der bodenständigen Volksschauspielerin.

Als kleines Mädchen will Heidi Mahler eine kurze Zeit Krankenschwester werden, doch eigentlich wollte sie immer auch Schauspielerin werden. „Das war ja für mich ein ganz normaler Beruf, wie ich es bei meinen Eltern kennengelernt habe.“ Obwohl ihr das Theater viel bedeute, habe es jedoch nie den Stellenwert gehabt, den es für ihre Mutter immer hatte.

Mit 17 Jahren beginnt Heidi Mahler ihre Ausbildung an der Hamburger Hochschule für Schauspiel und bildende Künste bei Eduard Marks. Seit 1964 spielt die hübsche, blonde Frau am Ohnsorg-Theater die jungen Mädchen, aber auch große Charakterrollen wie das stumme Vergewaltigungsopfer in „Johnny Belinda“ oder die Marthe Schwertlein im plattdeutschen „Faust“. Gemeinsam mit ihrer Mutter Heidi Kabel steht sie in zahlreichen Fernsehaufzeichnungen auf der Bühne, darunter „Verteufelte Zeiten“ oder „Kein Auskommen mit dem Einkommen“. Später überzeugt sie in den Paraderollen ihrer Mutter wie „Tratsch op de Trepp“ oder „Mudder Mews“, für die sie 2007 den Rolf-Mares-Preis der Hamburger Theater erhält.

Bis 1983 gehört Heidi Mahler zum Ensemble des Ohnsorg-Theaters. Dann wechselt sie zum Thalia-Theater, kehrt 1989 aber an die niederdeutsche Bühne zurück. Als das Ohnsorg-Theater im Sommer 2011 von den Großen Bleichen in das ehemalige Bieber-Haus beim Hauptbahnhof zieht, kommt auch bei ihr etwas Wehmut auf. „Aber inzwischen finde ich es toll. Endlich geschieht das, was sich meine Eltern immer gewünscht haben: Dass das Theater vom Hinterhof in die erste Reihe zieht.“ 

Im März beginnen die Proben für ihr neues Theaterstück „Sülverhochtiet!?“, das am 13. April Premiere am Ohnsorg-Theater hat - dann sollen auch ihr Geburtstag und ihr 50. Bühnenjubiläum gefeiert werden. Regie führt ihr dritter Ehemann Michael Koch, den sie 1986 geheiratet hat und mit dem sie seit langem auf einem alten Bauernhof in der Eifel lebt. Hier genießen die beiden das dörfliche Leben, ihren Garten und ihre Pferde. Zum 100. Geburtstag ihrer Mutter am 27. August wird Heidi Mahler aber sicherlich wieder nach Hamburg kommen.

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erstellt am 30.Jan.2014 | 10:35 Uhr

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