Oscar-Kandidat : Golden Globe für Fatih Akins Film „Aus dem Nichts“

Triumph in Hollywood: Diane Kruger und Fatih Akin freuen sich über den Golden Globe für ihren Film „Aus dem Nichts“.
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Triumph in Hollywood: Diane Kruger und Fatih Akin freuen sich über den Golden Globe für ihren Film „Aus dem Nichts». /Invision

Mit dem NSU-Drama „Aus dem Nichts“ gewinnt der Hamburger Regisseur Fatih Akin den Golden Globe für den besten Auslandsfilm.

shz.de von
08. Januar 2018, 06:50 Uhr

Los Angeles | Das deutsche NSU-Drama „Aus dem Nichts“ von Regisseur Fatih Akin hat den Golden Globe als bester nicht-englischsprachiger Film gewonnen. Das gab der Verband der Auslandspresse am Sonntagabend bei der 75. Golden-Globe-Gala in Beverly Hills bekannt. „Aus dem Nichts“ mit Hauptdarstellerin Diane Kruger ist in diesem Jahr auch der deutsche Oscar-Kandidat. Akin dankte auf der Bühne unter anderem seiner Hauptdarstellerin. „Das ist deine, das ist unsere“, sagte er zu Kruger, mit der Trophäe in der Hand.

Bei der Globe-Verleihung konkurrierte Akins Thriller unter anderem mit dem Gewinner des Europäischen Filmpreises, der schwedischen Satire „The Square“ von Ruben Östlund. Weitere Nominierungen in der Sparte waren der kambodschanische Film „First They Killed My Father“ von Angelina Jolie, „Fantastic Woman“ aus Chile und „Loveless“ aus Russland.

Akins Thriller erzählt von einem Anschlag in Hamburg, bei dem ein Kurde und dessen Sohn ums Leben kommen. Für ihre Rolle als verzweifelte Ehefrau, die die Schuldigen zur Rechenschaft ziehen will, hatte Kruger im vorigen Jahr den Darstellerpreis der Filmfestspiele von Cannes gewonnen.

Es war die erste Golden-Globe-Nominierung für den 44-jährigen Akin, Sohn türkischer Einwanderer. Vor einem Jahr war „Toni Erdmann“ im Rennen um die Goldene Weltkugel, die Tragikomödie von Maren Ade ging bei der Verleihung in Beverly Hills aber leer aus. Der letzte Film vor „Aus dem Nichts“, der den Auslands-Globe nach Deutschland holte, war 2010 das Schwarz-Weiß-Drama „Das weiße Band“ von Regisseur Michael Haneke.

Drama um Polizeiwillkür räumt ab

In „Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“ lässt die Mildred (Frances McDormand) drei riesige Werbewände plakatieren, die auf das Versagen der Polizei hinweisen sollen.
Foto: Labiennale/2017 Twentieth Century Fox Film
In „Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“ lässt die Mildred (Frances McDormand) drei riesige Werbewände plakatieren, die auf das Versagen der Polizei hinweisen sollen.
 

Der Golden Globe für das beste Drama geht in diesem Jahr an den Film „Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“ von Regisseur Martin McDonagh. Insgesamt gewann das Werk um Polizeiwillkür und Rassismus insgesamt vier Golden Globes, darunter auch den für Frances McDormand als beste Hauptdarstellerin. In der Kategorie Beste Komödie/Musical gewann die Tragikomödie „Lady Bird“ von Greta Gerwig den Hauptpreis.

Der Preis für den besten Hauptdarsteller in einem Drama ging an den Briten Gary Oldman (59) für „Churchill - Die dunkelste Stunde“ über den ehemaligen britischen Premierminister Winston Churchill. Als bester Regisseur gewann der Mexikaner Guillermo del Toro für „Shape of Water - Das Flüstern des Wassers“. Das Fantasymärchen war mit sieben Nominierungen der Favorit des Abends gewesen, erhielt dann aber „nur“ noch den für die beste Filmmusik des Komponisten Alexandre Desplat.

Als beste Hauptdarstellerin in der Sparte Komödie/Musical wurde die irisch-amerikanische Schauspielerin Saoirse Ronan für „Lady Bird“ ausgezeichnet. Die 23-Jährige spielt darin eine rebellische Schülerin, die ihrer kleinstädtischen Heimatstadt überdrüssig ist. In derselben Sparte gewann James Franco den Globe als bester Hauptdarsteller. Der 39-Jährige überzeugte den Verband der Hollywood-Auslandspresse mit seiner Rolle als exzentrischer Regisseur Tommy Wiseau in der Tragikomödie „The Disaster Artist“, bei der Franco auch Regie führte.

Allison Janney und Sam Rockwell gewannen Auszeichnungen als beste Nebendarsteller. Rockwell wurde für seine Rolle in „Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“ geehrt, in dem er einen rassistischen und gewalttätigen Polizisten spielt. Janney gewann für ihre Rolle als herzlose, strenge Mutter in der Tragikomödie „I, Tonya“.

Hollywood in Schwarz: Protest gegen Sexismus

Auch Heidi Klum kommt in Schwarz zu den Golden Globes. /Invision
Foto: Jordan Strauss
Auch Heidi Klum kommt in Schwarz zu den Golden Globes. /Invision
 

Viele Stars nutzten das Rampenlicht zum Protest gegen Sexismus und die Benachteiligung von Frauen im Showbusiness und anderen Branchen. Aus Solidarität mit Opfern sexueller Belästigung in Zeiten der #MeToo-Bewegung kleideten sich die meisten ganz in Schwarz. Auf der Bühne forderten sie zum Kampf für die Gleichstellung von Frauen auf. 

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