Eutiner Festspiele : Geschenk für Eutin

Gute Träume beschert das Sandmännchen (Ashley Benes).
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Gute Träume beschert das Sandmännchen (Ashley Benes).

"Hänsel und Gretel" kommt als Starthilfe aus den USA für die Festspiele.

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21. Juli 2011, 10:52 Uhr

eutin | Als Märchenspiel in drei Bildern wurde Engelbert Humperdincks Oper "Hänsel und Gretel" am 23. Dezember 1893 in Weimar erstmals aufgeführt, dirigiert von Richard Strauss. Er lobte das Werk überschwänglich als "originell und so echt deutsch" - und legte damit einen Grundstein für den rasch folgenden Welterfolg dieser Märchenoper.

Sie gehört mit ihren romantischen Anklängen, volksliedhaften Melodien und einer brillanten Instrumentierung international weiter zum Repertoire des Musiktheaters. Bestes Beispiel dafür ist die Aufführung, die morgen bei den Eutiner Festspielen Premiere hat: Die Inszenierung baut auf der Produktion auf, die von Absolventen der Musikhochschule in Lawrence in der Originalsprache Deutsch erarbeitet wurde.

Weihnachtlich-märchenhaft ist das Ganze überdies: Das Angebot des Universität Kansas, ihre "Hänsel und Gretel"-Produktion der deutschen Partnerstadt zur Rettung der Festspiele zu schenken, sorgte im Winter in Eutin für den Schwung, der zur Neugründung einer Festspiele-Gesellschaft in der Regie der Wirtschaftsvereinigung führte. Mit anderen Worten: Ohne "Hänsel und Gretel" made in USA gäbe es vermutlich keine 61. Spielzeit auf der Freilichtbühne im Schlossgarten.

Allerdings werden Besucher aus Lawrence, die im Frühjahr Aufführungen der Oper im Crafton-Preyer Theater gesehen haben, davon in Eutin allenfalls die Stimmen noch wiedererkennen. "Das Bühnenbild, die Kostüme, die Personenführung sind völlig anders. Das Regie-Konzept in Lawrence war ganz auf die USA und die Verhältnisse in Kansas bezogen, mit einem Spielgeschehen in Maisfeldern, mit einem Wohnmobil auf der Bühne und einer Köchin statt einer Hexe. Das hätte so für die Freilichtbühne und die Erwartungen hier nicht gepasst, deshalb musste ich alles neu machen", sagte Regisseur Jörg Fallheier.

Wesentlich an der Neu-Einstudierung wirkten seine Asisstenten Sophie Paarmann und Sascha Mink mit. Zusammen mit Rudolf Piehlmayer, der bei den Proben und der Premiere den nach Terminproblemen gestern Abend erst in Eutin eingetroffenen Orchesterlenker David Neely ersetzt, arbeiteten sie auch intensiv mit den Sängern an einer guten Text-Verständlichkeit. Denn "Hänsel und Gretel" wird auch in Eutin auf Deutsch gesungen - und wenngleich hier beim "Don Giovanni" kaum einer das Italienische versteht, soll zumindest, so der Anspruch, bei einem "echt deutschen" Werk kein Kauderwelsch erklingen.

Den musikalischen Grundton liefert wieder das Sinfonieorchester der Universität Kansas. Bühnenbild und Kostüme stammen von Ursula Wandaress, fürs Licht ist Klaus Emil Zimmermann verantwortlich. Den Kinderchor studierte Gabriele Pott ein. Bis zum 6. August gibt es sieben Aufführungen, alle beginnen um 21 Uhr.

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