Afrikanischer Historiker : Gerda Henkel Preis geht an Achille Mbembe

Der kamerunische Historiker und Philosoph Achille Mbembe.
Der kamerunische Historiker und Philosoph Achille Mbembe.

Der aus Kamerun stammende Forscher zählt zu den führenden Vertretern der postkolonialen Theorie. Bekannt wurde er durch Bücher wie «Kritik der schwarzen Vernunft» und «Ausgang aus der langen Nacht», in denen er auch fortbestehende rassistische Denkstrukturen kritisiert.

shz.de von
11. Juni 2018, 10:31 Uhr

Der Historiker Achille Mbembe, einer der wichtigsten Denker des afrikanischen Kontinents, wird dieses Jahr mit dem Gerda Henkel Preis ausgezeichnet.

Der aus Kamerun stammende Forscher zähle zu den international führenden Vertretern der postkolonialen Theorie und gehöre zu den wenigen afrikanischen Wissenschaftlern, die sich auf diesem Gebiet profiliert hätten, teilte die Gerda Henkel Stiftung am Montag in Düsseldorf mit.

Bekannt wurde der in Südafrika lehrende Mbembe (60) durch Bücher wie «Kritik der schwarzen Vernunft» und «Ausgang aus der langen Nacht», in denen er auch fortbestehende rassistische Denkstrukturen kritisiert. Der Jury zufolge stellt Mbembe ebenso kontroverse wie beunruhigende Überlegungen zu Afrikas Platz in einer globalen Ordnung an. Seine Forschungen lenkten den Blick auf das «Labor Afrika» jenseits aller gängigen Stereotypen. Mbembe promovierte an der Pariser Sorbonne und lehrte auch in den USA.

Die mit 100 000 Euro dotierte Auszeichnung wird Mbembe am 8. Oktober in Düsseldorf verliehen. Der Wissenschaftler wurde dieses Jahr auch mit dem Ernst-Bloch-Preis der Stadt Ludwigshafen und 2015 mit dem Geschwister-Scholl-Preis ausgezeichnet.

Der Gerda Henkel Preis ist eine der wichtigsten Auszeichnungen im Bereich der historischen Geisteswissenschaften und wird alle zwei Jahre vergeben. 2016 hat die Luther-Biografin Lyndal Roper den Preis bekommen.

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