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Kunst : Gauguin, Bonnard, Denis: Die Nabis an der Amstel

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Paris war um 1900 die brausende Hauptstadt der europäischen Kunst. In der Amsterdamer Hermitage wird diese besondere Epoche mit Werken von «Gauguin, Bonnard und Denis» und ihrer Zeitgenossen wieder lebendig.

Die Dependance der berühmten Sankt Petersburger Eremitage zeigt vom 14. September an 75 Kunstwerke der Post-Impressionisten.

Der Name der Ausstellung ist leicht verwirrend. Denn die Hermitage stellt nicht diese drei Maler in den Mittelpunkt, sondern ihre Verbindung zur Künstlergruppe «Les Nabis». Diese Bewegung, benannt nach dem hebräischen Wort Propheten, strebte eine Erneuerung der Malerei an. Die jungen Künstler wollten nicht länger das Licht der Natur erfassen wie die Impressionisten. Sondern sie betonten Farbe, Gefühl, Symbol und Fantasie. Paul Gauguin (1848-1903) war der Inspirator der Nabis. Die Hermitage zeigt drei seiner Gemälde wie etwa die fast mystischen «Sonnenblumen» (1901), in dem die traditionelle Perspektive aufgehoben ist.

Pierre Bonnard (1867-1947) und Maurice Denis (1870-1943) wurden von Gauguin angeregt, anders zu schauen und zu malen. Andere Künstler wie Félix Vallotton (1865-1925) und Édouard Vuillard (1868-1940) schlossen sich ihnen an.

Ebenso wie Gauguin nahmen auch die Nabis Abschied von der traditionellen Perspektive. Auf ihrer meist sehr bunten Palette mischten sie die Farben nicht länger. Für Landschaften, religiöse Themen, Porträts oder Alltagsszenen experimentierten die Propheten auch mit der Fotografie. Sie wollten fast schon fotografisch schauen. Außerdem flirteten sie mit der dekorativen Malerei des Art Nouveau. Die einzigartige Sammlung wird in den Kontext des Paris um 1900 gestellt. Gemeinsam mit Werken von etwa der Symbolisten oder Auguste Rodin und Aristide Maillol entsteht ein überraschendes Bild der vielseitigen Malerei jener Zeit.

Heimliche Hauptfigur dieser großen Herbstausstellung ist aber kein Maler, sondern der russische Sammler Ivan Morozov. Der reiche Textilkaufmann hatte die große Sammlung angelegt, die nach der russischen Revolution in Staatsbesitz überging. Morozov kaufte die Malereien nicht nur direkt in Paris, sondern vergab auch Aufträge.

Strahlender Mittelpunkt der Amsterdamer Ausstellung ist die Rekonstruktion des Musikzimmers des Sammlers mit den dekorativen Malereien zur «Geschichte von Amor und Psyche» (1908-1909). Denis hatte sie im Auftrag von Morozov angefertigt.

Bonnard wiederum dekorierte das Treppenhaus im Moskauer Stadtpalais des Textilbarons. Die drei Teile des Gemäldes «Méditerranée» (1911) platzierte er dabei so zwischen große Säulen, dass man meint, aus einem Fenster auf eine Mittelmeerlandschaft zu schauen.

Es ist vermutlich das letzte Mal, dass diese besondere Sammlung außerhalb Russlands zu sehen ist. Am 28. Februar kehren die Werke zurück nach Sankt Petersburg und werden dann dauerhaft im neuen Flügel der Eremitage aufgehängt.

Homepage der Hermitage

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erstellt am 12.Sep.2013 | 16:57 Uhr

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