Fußball mit Klassik und Beat

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25. Mai 2013, 03:59 Uhr

Von Sven Bohde

Ein großes Fußballspiel steht an. Die Vorfreude auf einen gemütlichen Abend vor dem Fernseher steigt. Das Bier ist kalt gestellt. Dann heißt es: "Schatz, ich habe zwei Konzertkarten gekauft." Immer wieder spielen sich solche Dramen ab. Im Konzerthaus kann man dann zwar heimlich auf sein Smartphone gucken, um den Spielstand zu verfolgen. Aber das ist nicht das Gleiche, wie am TV-Gerät mit dabei zu sein.

Da wirkt es nun so, als wolle man in München die lustlosen Konzertbesucher milde stimmen. Die dortigen Philharmoniker spielen klassische Musik in Fußballtrikots - denen des FC Bayern. Gesungen wird dazu, dass Schweini, Müller, Lahm und Ribéry die besten seien.

Das wird zwar nicht jedem Fußballfan gefallen, aber der Versuch einer symphonischen Symbiose von Musik und Fußball klingt vielversprechend.

Fußball Deutschland horcht auf, wenn der rot-weiß gekleidete Dirigent Lorin Maazel sein Team geschickt mit dem Taktstock anführt. Bei ihm weiß jeder, wer die erste Geige spielt. Anders als beim FC Bayern, bei dem sich Robben und Ribéry nicht immer ganz einig darüber sind.

Doch die große Chance, Fußballfans auch auf den Rängen von Konzerthäusern zu begeistern, wird vergeben. Der Auftritt der Münchner Philharmoniker ist nur eine einmalige Aktion, um die Spieler des FC Bayern vor dem Champions League Finale zu unterstützen. Danach wird sich die Klassik wohl wieder ganz Wagner widmen. Und der musikalische Einfluss auf den Ballsport wird sich auf die Gesänge der Fans in den Stadien beschränken.

Genießen wir trotzdem den Moment. Nun da zwei deutsche Vereine im Konzert der Großen mitspielen - sogar den Ton angeben. Dabei sind die Münchner mit ihrer klassischen Unterstützung im Vorteil. Die Musik der Philharmoniker wird sie beflügeln. Dagegen haben es die Dortmunder nicht leicht. Als Reaktion auf den bayrischen Beitrag antworteten die BVB-Fans mit Hip-Hop - samt schwerem Beat. 1:0 für die Bayern.

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