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„Mein Schiff 2“ : „Full Metal Cruise“: Zum fünften Mal Wacken-Kult auf hoher See

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Mit einer Reihe von Konzerten und jeder Menge Bier entstand auf dem Kreuzfahrtschiff vor Mallorca Festival-Stimmung.

shz.de von
erstellt am 21.Apr.2017 | 16:10 Uhr

Palma de Mallorca | Es war ein bizarres Bild, als schwarz gekleidete Metal-Fans auf einem Kreuzfahrtschiff zum Final Countdown von Europe aus dem Hafen von Palma de Mallorca ausliefen.

Auf drei laute Signale des Schiffshorns folgten kultige Sounds aus der Heimorgel von Mambo Kurt, und die „Mein Schiff II“ setzte sich am Donnerstagabend zur „Full Metal Cruise“ in Bewegung. Die Route führt bis Dienstag über Gibraltar und Malaga zurück nach Palma de Mallorca. An Bord feierten sich rund 2000 Metalheads selbst und tragen ihren Kult auf die hohe See hinaus.

Den Staub oder Schlamm des alljährigen Wacken-Open-Airs sucht man auf dem Luxusliner vergebens. Es wirkt skurril, wenn gestandene Kerle mit langen Haaren und dunkler Rocker-Kutte ein Glas Prosecco in der linken Hand halten und sich die rechte zur berühmten „Pommesgabel“ gen Himmel streckt. Auf Platz eins der Lieblingsgetränke an Bord steht aber selbstverständlich Bier. 18.000 Liter Pils hat die Crew verfrachtet. Beim Zwischenstopp im Hafen von Malaga wird nachgeladen. Am Ende der Kreuzfahrt werden wohl über 25.000 Liter ausgetrunken sein.

Die Full Metal Cruise findet seit 2013 zum fünften Mal statt, immer an Bord der „Mein Schiff“-Flotte, und ist Europas größtes Heavy-Metal-Festival auf See veranstaltet von den Machern des Wacken-Open-Airs und TUI Cruises.

Musikalisch bietet die Full Metal Cruise 18 Bands und Solo-Acts bestehend aus 236 Musikern und Künstlern auf zahlreichen größeren und kleineren Bühnen im und auf dem gesamten Schiff. Das Pooldeck wird zum Open-Air-Gelände und das Schiffstheater zum Hardrock-Club. Namhafte Acts der Heavy-Metal-Szene wie „Powerwolf“, „Knorkator“ oder „Saxon“ mischen sich mit kultigen Künstlern und Crossover-Experten wie „Dog Eat Dog“. So sind es nicht immer nur die lauten und harten Gitarrensounds mehrköpfiger Bands, sondern auch Singer-Songwriter, sanfte Rock-Balladen und Evergreens, die begeistern.

Auch abseits der Bühnen ist im ganzen Schiff Unterhaltung angesagt: Late-Night-Talk mit Moderator „Maschine“, Metal-Disco, Karaoke oder einfach eine Runde Bingo. Etwas ungewöhnlicher hingegen wird es, wenn Tattoo-Künstler Vektor die Nadel zückt. Da entstehen bleibende Seefahrer-Erinnerungen, die auch bei Rockern gerne gesehen sind.

Das Programm macht eines klar: Heavy-Metal ist vielfältig und passt in keine Schublade, genauso, wie die musikbegeisterten Kreuzfahrer selbst. Es mischt sich männlich und weiblich, alt und jung, heiter und düster, und überhaupt hat gefühlt jedes Land Europas seine Metalheads an Bord geschickt. Das Besondere daran: Trotz viel Bier und manch furchteregendem Outfit sind diese Metal-Fans wie eine große Familie und können sich wohl nicht nur an Bord eines Luxusliners anständig benehmen.

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