zur Navigation springen

Kultureller Anziehungspunkt : „Freunde der Antike“ feiern Jubiläum

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Ein Kieler Verein pflegt seit 30 Jahren eine 170 Jahre alte Sammlung römischer und griechischer Kleinkunst, Tongefäße und Skulpturen.

Kiel | Die Antike übt mit ihren spannenden Mythen um Götter und Helden bis heute eine Faszination auf viele Menschen aus. Auch in Kiel – hier hat sich vor 30 Jahren der Verein „Freunde der Antike“ gegründet. Die Vereinsmitglieder stellen sich bis heute die Aufgabe, allen an der Antike Interessierten einen kulturellen Anziehungspunkt in der Landeshauptstadt zu bieten – durch Vorträge anerkannter Fachleute aus allen Bereichen der Altertumskunde, Führungen und Ausstellungen in der Kieler Antikensammlung und durch Beratung sowie Information zu aktuellen Ereignissen der Archäologie. Die für den 5. Dezember geplante Festveranstaltung für das 30-jährige Bestehen des Vereins in der Kieler Kunsthalle musste wegen der Sturmwarnung abgesagt werden.

Die Antikensammlung ist wesentlich älter als der zugehörige Unterstützerverein. Vor 170 Jahren wurde sie gegründet. Der Kieler Archäologe Peter Wilhelm Forchhammer rief damals die Sammlung ins Leben – mit großer Unterstützung der Kieler Bevölkerung. Sie ist der Kieler Christian-Albrechts-Universität (CAU) angegliedert und die einzige Sammlung dieser Art in Schleswig-Holstein, die Werke der antiken Kulturen des Mittelmeerraumes sammelt, erforscht und präsentiert. Das Museum besitzt eine umfangreiche Sammlung antiker Originalwerke (griechische Tongefäße und antike Kleinkunst) sowie eine große Abguss-Sammlung der bedeutendsten Skulpturen der Griechen und Römer. „Wir haben die einzige große Sammlung zwischen Hamburg und Kopenhagen“, sagt Bernd Brandes-Druba, Vorsitzender der „Freunde der Antike“.

Brandes-Druba ist dem Verein seit seinem Studium der klassischen Archäologie in Kiel verbunden. „Kiel war zwar nie im Zentrum des römischen Reiches, aber durch die Antikensammlung habe ich hier unheimlich viel über die Antike erfahren“, erzählt Brandes-Druba, „vielleicht sogar mehr, als es Studenten in Heidelberg oder München in ihren Städten konnten.“

Der Verein „Freunde der Antike“ hat sich 1983 gebildet, um die Kieler Antikensammlung zu unterstützen. Die Vereinsgründung ist einer glücklichen Fügung zu verdanken: Der damalige Vorsitzende des Sparkassen- und Giroverbandes für Schleswig-Holstein, Jürgen Miethke, besuchte als leidenschaftlicher Sammler antiker Münzen das Archäologische Institut der Kieler Universität. Dort kam er mit dem Institutsleiter Konrad Schauenburg ins Gespräch. „Endlich mal ein Kieler, der sich für die Archäologie interessiert“ soll der Uni-Professor begeistert gerufen haben. Da Miethke aber nicht der einzige Kieler war, der sich für das Altertum interessierte, fand man viele Freunde der Antike. Heute sind es 350. „Die Mitgliederzahl ist stabil“, sagt Brandes-Druba, „es kommen auch heute wie in meinem Fall damals immer wieder Studenten dazu.“

Nach der Gründung im Jahr 1983, begann man im Januar 1984 mit den ersten öffentlichen Veranstaltungen: Der damalige Präsident des Deutschen Archäologischen Instituts in Berlin, Edmund Buchner, sprach über die Sonnenuhr des Augustus. Da passt es gut, dass nun zum 30. Jubiläum seine Nachfolgerin im Amt, Friederike Fless, den Festvortrag mit dem Titel „Roms Grenzen“ hält.

Generell veranstaltet der Verein, dem dank Beiträgen, Spenden und Einnahmen durch den Verkauf von Publikationen jährlich etwa 20 000 Euro für Neuerwerbungen für die Sammlung zur Verfügung stehen, etwa zwölf Vorträge im Jahr. Außerdem gibt es Sonntagsführungen, Exkursionen und ein Programm für Kinder und Jugendliche. In der Vereinssatzung hieße es etwas antiquiert, dass der Verein Volksbildung betreibe, meint Brandes-Druba. Er drückt es lieber etwas moderner aus und sagt, dass ihm die Vermittlung von Themen am Herzen liege.

Diesbezüglich mache er sich auch keine Sorgen um den Verein. „Ich orientiere mich nicht an der Mitgliederzahl, sondern am allgemeinen Interesse.“ Man müsse die Themen hochhalten, um das Interesse der Leute für die Antike zu wecken. Und dies geschehe fast von alleine, da antike Fragestellungen noch heute aktuell sind. „Nehmen wir das Thema Infrastruktur“, sagt Brandes-Druba, „schon die Römer wussten, dass man ein gutes Straßennetz braucht, um Erfolg auf ganzer Linie zu haben.“ Infrastruktur sei also kein Thema, dass nur heute in Schleswig-Holstein von Bedeutung ist. Schon in der antike war man an Lösungen interessiert. Sich mit der Antike zu beschäftigen kann demnach nicht schaden. Somit wird die Antiken-Faszination der Menschen heute wohl weiter bestehen.
 

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen