Kritik an Fotografen-Verträgen : Foo-Fighters-Konzert: Kanadische Zeitung schickt Karikaturisten

Kritik an Knebelverträgen: Eine kanadische Zeitung schickte einen Karikaturisten anstelle eines Fotografen zum Konzert nach Québec.
Dave Grohl mit Gipsbein beim Konzert in Québec.

Statt eines Fotografen hat eine kanadische Zeitung einen Karikaturisten in die erste Reihe geschickt. Der Grund sind Knebelverträge über die Veröffentlichungs- und Eigentumsrechte der Fotos.

shz.de von
15. Juli 2015, 14:45 Uhr

Québec | Wer auf einem Konzert der Foo Fighters Fotos für die Presse machen möchte, der muss fast alle Eigentumsrechte an Dave Grohl und seine Kumpels abtreten. Das war der kanadischen Zeitung „Le Soleil“ zu viel und sie verzichtete dankend auf Fotos vom Konzert in Québec. Stattdessen schickte sie einen Karikaturisten auf das Konzert, der kurzerhand schwarz-weiß-Zeichnungen vom Konzert anfertigte. Darüber berichtet Spiegel Online.

Francis Desharnais und die Zeitung zeigten, dass es auch ohne den Knebelvertrag geht. Darin ist festgehalten, dass der Fotograf die Bilder nur innerhalb eines Jahres nach Aufnahmedatum beziehungsweise Unterzeichnung des Vertrags veröffentlichen darf. Die Fotos dürfen nur ein einziges Mal verkauft werden, danach gehören alle Bilder den Foo Fighters.

Ähnliche Fotografen-Verträge gibt es viele im Musikgeschäft. Zuletzt weigerte sich das „Washington City Paper“ einen Fotografen zum Tourstart in Nordamerika zu schicken. Die Band würde „Fotografen missbrauchen“. Sie bezahlten Konzertgänger für ihre Smartphone-Fotos und umgingen so den Vertrag.

Zuletzt machten die Foo Fighters von sich reden, als der Sänger und Gitarrist Dave Grohl sich während eines Konzerts das Bein brach. Er spielte das Konzert zu Ende, nachdem er zu einer kurzen Behandlungspause ins Krankenhaus gebracht wurde. Auf seinen nächsten Konzerten saß er auf einer Art Thron und spielte im Sitzen. 

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