Wiederentdeckt : Fast vergessene Werke von Josef Scharl in Bremen

«Der Zeitungsleser» (1935) von Josef Scharl.
«Der Zeitungsleser» (1935) von Josef Scharl.

Der Münchner Künstler hat die Atmosphäre der 20er und 30er Jahre in seinen Bildern eingefangen. Von den Nazis verboten, wanderte er in die USA aus - und geriet in Vergessenheit.

shz.de von
15. Februar 2018, 16:44 Uhr

Der Maler Josef Scharl galt einst als ein vielversprechendes Talent. Doch heute ist er kaum noch bekannt. Das Paula Modersohn-Becker Museum in Bremen widmet dem Münchner Künstler deshalb eine Ausstellung.

«Die Zeit ist reif für Josef Scharl», sagte Museumsdirektor Frank Schmidt am Donnerstag. 47 Werke aus seiner gesamten Schaffenszeit sind in der Ausstellung ab Sonntag zu sehen, darunter auch selten gezeigte Werke aus den 1940er und 1950er Jahren. Nach Bremen werden diese auch im Ernst Barlach Haus in Hamburg zu sehen sein.

Scharl sei ein Künstler, der die «Goldenen Zwanziger» und die Veränderungen in den 30ern in seinen Bildern einfange, sagte Schmidt. Beeinflusst von Vincent van Goghs expressiver Malweise schuf er in den 1920er Jahren Landschaftsbilder und Porträts. Aber auch im Leben der einfachen Leute fand er seine Motive. Damit traf er nach Angaben von Schmidt den Nerv der damaligen Zeit. Er stellte unter anderem mit Künstlern wie Otto Dix und Emil Nolde aus. 1935 verboten die Nazis Scharl, seine Bilder auszustellen. Daraufhin wanderte er in die USA aus und geriet in Vergessenheit.

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