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Eurovision Song Contest 2015 : ESC-Vorentscheid: Das sind die Kandidaten für die Wildcard

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Aus der Onlineredaktion

Am Donnerstag entscheidet sich, wer als letzter Kandidat per Wildcard zum deutschen ESC-Vorentscheid nach Hannover darf. shz.de stellt die Bewerber und ihre Musik vor. Auch SH ist vertreten.

shz.de von
erstellt am 19.Feb.2015 | 20:30 Uhr

Hamburg/Wien | Über 1.300 Bewerbungen sind über Youtube für die Wildcard zum deutschen Vorentscheid für den Eurovision Song Contest 2015 eingegangen. Die Jury hat das Bewerberfeld auf zehn Teilnehmer geschrumpft.

Diese Auserwählten haben am Donnerstag (19. Februar) ab 22 Uhr bei einem Clubkonzert in der Großen Freiheit auf St. Pauli die Chance, sich per Live-Auftritt das Ticket zum deutschen Vorentscheid „Unser Song für Österreich“ am 5. März in Hannover zu lösen. Barbara Schöneberger moderiert die Show, die vom NDR live im Fernsehen übertragen wird. Wer das Teilnehmerfeld der bereits gesetzten Alexa Feser, Andreas Kümmert Fahrenhaidt, Faun, Laing, Mrs. Greenbird und Noize Generation per Wildcard komplettiert, dürfen am Ende die Zuschauer entscheiden.

In diesem Jahr umfasst das Teilnehmerfeld einen Sohn eines bekannten Ex-Politikers und qualifizierte Berufsmusiker, genauso wie Talente mit Castingshow-Vita. Aber auch blutjunge Newcomer ohne große Erfahrung wollen bei ihrem ersten großen Fernsehauftritt von sich reden machen.

Alle Teilnehmer träumen davon, auch die nächste Hürde zu nehmen. Im vergangenen Jahr gelang Elaiza über die Wildcard die Qualifikation für Kopenhagen. Dem Sieger winkt diesmal ein gigantischer Auftritt in der Wiener Stadthalle, die sich nach dem Sieg der Dragqueen Conchita Wurst in Kopenhagen 2014 in diesem Jahr als Gastgeber für den ESC schmücken darf. Die Show gilt mit bis zu 200 Millionen Zuschauern als größtes TV-Unterhaltungsevent der Welt.

Diese zehn Bands und Musiker wollen über Hamburg nach Hannover:

1. Sophie

Die erst 16-jährige Sophie aus dem brandenburgischen Kleinmachnow darf Hamburg ihre Geburtsstadt nennen. Noch singt sie für ihre Schulband am Humboldt-Gymnasium Potsdam. Trotz ihres jungen Alters ist die Bühne für sie aber gewohntes Terrain. In Berlin erhielt die Pianistin eine Musicalausbildung. Für das Clubkonzert hatte sie sich mit ihrem Lied „Imperfection“ beworben, für das sie gute Kritiken erhielt. Nach einigen Auftritten in Berlin will sie nun auch den kühlen Norden mit dem warmen Klang ihrer Stimme verzaubern.

2. Sendi Hoxha

Die 17-Jährige Sendi ist ein musikalischer Frühstarter. In Meckesheim aufgewachsen, begann sie schon im Grundschulalter, Lieder zu schreiben. Neben dem Gesang beherrscht sie mitlerweile drei Instumente: Schlagzeug, Gitarre und Klavier. Mit 14 bekam sie ein Stipendium der Pop Masterclasses Mannheim. Ihre Ambitionen sieht die Heidelberger Dance-Interpretin jedoch eher gelassen; getragen vom olympischen Gedanken sagt sie der ARD: „Der Sieg ist für mich nebensächlich, wichtiger ist es doch, ein Teil dieser Veranstaltung zu sein“.

3. Moonjos

Die Munoz-Brüder Daniel (30) und Ricardo (29) entstammen einer Musikerfamilie und sie sind längst keine Unbekannten mehr. Zusammen verzeichnen sie mehr als zehn Millionen Klicks auf YouTube. In Hamburg treten sie unter dem Bandnamen Moonjos auf, der sich ebenso an die spanische Herkunft ihres Vaters wie an ihre Klänge anlehnt. Aber nur zum Teil, denn auch harmonische Coverversionen englischer Popsongs gehören zu ihrem Repertoire.

4. Lousia

Die jüngste Einzelkämpferin im Feld ist zugleich die einzige Schleswig-Holsteinerin: Ganze 15 Lenze zählt Louisa aus Appen im Kreis Pinneberg, die sich ebenfalls die Wildcard sichern will. Auch sie entschied sich früh für eine musikalische Ausbildung im Bereich Musical. Sie besucht momentan die Stage School Hamburg in der Richtung Musical und Schauspielunterricht. „Durch den ESC könnte ich es endlich schaffen, Menschen mit meiner Musik zu erreichen und ihnen Gänsehaut zu verschaffen", erzählte sie der ARD über ihre Ziele.

5. Lars Pinkwart

Ein Pinkwart aus Alfter-Witterschlick bei Bonn? Moment, da gab es doch schon mal einen?! Richtig, Andreas Pinkwart war lange Jahre FDP-Landeschef in NRW und sogar Wissenschaftsminister seines Landes. Sein Sohn Lars (16) ist nun entschlossen, den Familiennamen auch künstlerisch bekannt zu machen. Über ein Songwriter-Projekt im Musikunterricht kam er  zum regionalen Wettbewerb „XPRESS yourself 2012“ und gewann dort für seinen Gesang einen Sonderpreis der Popakademie Mannheim. Den diplomatischen Tonfall seines Vaters hat er sich anscheinend auch schon einverleibt, sein Motto für den ESC: „Die eigentliche Botschaft des ESC, die Menschen in Europa über die Musik zu verbinden, hat mir schon immer sehr gut gefallen, und es wäre eine unvergessliche Erfahrung für mich, auf dieser Bühne mit so vielen unterschiedlichen Künstlern singen zu dürfen.“

6. Klangpoet

Leonie (24), Ekrem (29), Zett Eins (30) und Haui (36) gehören zu „Klangpoet“. Das klingt nach Hip-Hop und das ist es auch. Aber nicht nur, denn Pop und Soul fließen auch ein in die vielschichtige Klangpoesie der Dortmunder. Die Texte sind auf Deutsch, Englisch und Türkisch verfasst. Beworben hatte sich das erfahrene Quartett mit seinem eigenen Song „4 u“. Ihr Credo klingt verblüffend ehrlich und ist kommerziell: Die Berufung zum Beruf machen, also Geld verdienen. Doch die Truppe geizt auch nicht mit politischen Statements: „Wir möchten Deutschland als das Land repräsentieren, was es tatsächlich ist: eine multikulturelle Kunstschmiede. Denn obwohl unsere Wurzeln in den unterschiedlichsten Ländern der Welt liegen, fühlen wir uns als Dortmunder/Deutsche, und die Musik ist unser Sprachrohr!“

7. Ason

Schweden, das klingt nach Abba, Roxette, Ace of Bace und viel Grand-Prix-Tradition. Die Schwestern Dorotea (20), Lilianna (18) und Joella (16) kamen vor 13 Jahren aus dem hohen Norden nach Wiesbaden, ins Land ihres Vaters, der Schlagzeuger ist. Vor anderthalb Jahren gründeten sie ihre eigene Band Ason, zu der ebenfalls ihre kleine Schwester Mickelina (12) gehört. Die Älteste, Dorotea, hat bereits beruflich den Weg in die Musik gewählt. Sie studiert derzeit an der Pop-Akademie in Mannheim, die anderen drei gehen noch zur Schule. 

Die Schwestern hoffen auf viel Unterstützung aus ihrem Heimatland, in dem die ESC-Begeisterung ungebrochen ist. Ein kleines Manko haben sie zu verkraften, denn aus dem Quartett wird nichts. Da das Mindestalter für ESC-Teilnehmer bei 16 Jahren liegt, wird Mickelina bei der Live-Show nur eingeblendet, sie darf aber selbst nicht auf der Bühne stehen.

8. Ann Sophie

„Spring über deinen Schatten!“ heißt es im Titel ihres Bewerbunggssongs: „Ich bin ich, wenn ich Musik bin und ich bin mein Herz, wenn ich singe“, sagt Glamour-Lady Ann Sophie. Die 24-Jährige Vollblutmusikerin hat die meiste Zeit ihres Lebens in Hamburg verbracht und darf sich daher auf ein Heimspiel freuen. Dass sie in London geboren wurde, schwingt in ihren urbanen Songs dennoch mit. Auch Ann Sophie zog es mit ihrer Musik früh in die weite Welt: Mit 20 setzt sie nach New York über und machte eine zweijährige Schauspiel-Ausbildung am „Lee Strasberg Theatre & Film Institute“. Durch ihre zahllosen Auftritte in Bars und Clubs hat sie reichlich Erfahrung mit Bühne und Publikum. Mit ihrem eigenen Material nahm sie 2012 schließlich ein Album auf. Heute lebt sie wieder in Hamburg.

9. Alisson Bonnefoy

Alisson Bonnefoy – den Zuschauern der RTL-Castingshow „Deutschland sucht den Superstar“ ist sie als Kandidatin wohlbekannt. Die in Frankreich geborene und in Essen lebende Sängerin entdeckte ihre Liebe zur Musik mit acht Jahren im Kirchenchor, später erhielt sie an der Opera School in Gelsenkirchen ihre professionelle Ausbildung. Für ihre Bewerbung trug sie ihren eigenen Song „Burning Down“ vor. „Ich kämpfe und träume seit Kindesalter davon, auf der großen Bühne zu stehen und die Zuschauer zu berühren“, sagt die 21-Jährige, deren wandlungsfähige Stimme hohen Wiedererkennungswert hat.

10. Aden Jaron

Vielleicht geht es am Ende nicht um den tosendsten Applaus oder das beste Lied, sondern um die Bühnen-Performance und die meisten weiblichen Kreischer. Ein Kandidat für die Erweckung zügelloser Emotionen ist der gebürtige Südafrikaner Aden Jaron, der in Neuseeland, Australien und Mettingen aufwuchs. „Pop-Urban“ nennt der 20-jährige Komponist und begnadete Tänzer seinen Stil. Als Hip-Hop-Tänzer war unter anderem mehrere Male Deutscher- und Europameister und sogar Nationaltrainer. Er hatte sich mit einem Cover von „Hey Ya" von Outkast beworben. Er wolle zum ESC, weil er „Deutschland auf eine einzigartige Weise mit einer gewaltigen Show vertreten würde“, so Jaron.

Die Jury: Wer wählte die zehn Teilnehmer aus?

In der Jury befinden sich mit Thomas Schreiber, NDR Unterhaltungschef und ARD-Unterhaltungskoordinator, als Vorsitzenden der Jury noch Steffen Müller (Warner Music), Konrad von Löhneysen (Sprecher der Independents in der Musikindustrie), Tom Bohne (Universal), Aditya Sharma (Radio Fritz-Musikchef in Berlin und Brandenburg), Nico Gössel (Sony), Norbert Grundei (N-JOY) sowie Jörg Grabosch und Claudia Gliedt (beide Brainpool, produzierende Firma der Sendung).

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