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Ausstellungen : Erstmals zu sehen: Nok-Skulpturen aus Afrika

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Über 2000 Jahre alte Skulpturen der westafrikanischen Nok-Kultur werden im Frankfurter Liebieghaus mit zeitgleich entstandenen Plastiken aus Griechenland und Ägypten konfrontiert.

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erstellt am 29.Okt.2013 | 15:31 Uhr

Die Skulpturensammlung zeigt bis zum 23. Februar 2014 rund 100 Figuren und Fragmente, die von Archäologen der Universität Frankfurt seit 2005 in Nigeria geborgen wurden. Sie werden nach Angaben des Grabungsleiters Professor Peter Breunig erstmals der Öffentlichkeit präsentiert.

In Europa sei die Nok-Kultur noch weitgehend unbekannt, sagte der Direktor des Liebieghauses, Max Hollein, «aber das soll und wird sich ändern», dazu werde die Sonderausstellung «Nok. Ein Ursprung afrikanischer Skulptur» beitragen. Die aus Terrakotta hergestellten Nok-Figuren gehören nach Angaben des Kurators Vinzenz Brinkmann zu den frühesten Zeugnissen afrikanischer Kunst.

Die Figuren sind aus Terrakotta gefertigt. Meist sind Menschen dargestellt, selten Tiere, häufiger finden sich Wesen, die halb Mensch, halb Tier sind oder zwei Gesichter haben. Sie alle haben dreieckige Augen mit einer Vertiefung als Pupille. An den 200 Grabungsstellen fanden die Archäologen ausschließlich zerschlagene oder zerbrochene Plastiken.

Die Plastiken der Nok-Kultur, die um 1500 vor Christus entstand und um das Jahr 0 wieder verschwand, wurde um 1940 von dem britischen Archäologen Bernard Fagg entdeckt. In jüngster Zeit erzielen afrikanische Skulpturen hohe Preise. Vertreter Nigerias, die zur Ausstellungseröffnung nach Frankfurt gekommen sind, beklagten die vielen Raubgrabungen und warnten vor Fälschungen auf dem Kunstmarkt. Ziemlich sicher gefälscht sind Nok-Skulpturen, wenn sie aus einem Guss sind: bis heute wurde nur eine einzige vollständige Figur gefunden.

Ausstellungsinfos

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