zur Navigation springen

Untersuchung in Kopenhagen : Errigstedter Silberschatz und Goldperle sind weg

vom
Aus der Onlineredaktion

Viele Menschen kamen nach Hadersleben, um den Silberschatz und Ibens Perle anzuschauen. Nun wird der Sensationsfund in Kopenhagen unter die Lupe genommen. Rückkehr ungewiss.

shz.de von
erstellt am 23.Sep.2015 | 14:15 Uhr

Errigstedt | Eine Woche lang war der Errigstedter Silberschatz mit Goldperle im Museum „Haderslebener Archäologie“ ausgestellt. Das Interesse der Besucher an dem spektakulären Fund sei enorm gewesen, sagt Museumsmitarbeiterin Helga Hansen. Niemand wisse ja, wann – und ob der Schatz mit 165 Münzen und Goldperle überhaupt nach Hadersleben zurückkehren werde: „Wir hoffen natürlich, dass wir ihn zurückbekommen, wenn das Nationalmuseum mit der Bearbeitung fertig ist“, so Hansen. Aber sicher sei das nicht.

Ob der Schatz dauerhaft in die Museen der Großstädte Kopenhagen oder Aarhus wandert, hängt nicht unwesentlich von der Bewertung der Entdeckung ab. Der spektakuläre Großfund wird derzeit von Experten des Nationalmuseums in Kopenhagen untersucht.

Fest steht, dass es sich bei dem Schatz um den größten offiziellen Silberfund handelt, der jemals in Nordschleswig gemacht worden ist. Es stammt aus der Übergangsphase der Wikingerzeit zum Mittelalter.

Die Wikingerzeit im skandinavischen Raum wird von Forschern unterschiedlich bestimmt. Als frühester Anfangszeitpunkt wird der Kriegszug des Dänen Chlochilaicus zwischen 516 und 522 n. Chr. genannt. In der Regel wird aber erst der Überfall auf Lindisfarne 793 als Beginn der Wikingerzeit gesehen. Das Ende wird traditionell auf 1066 datiert (gleichzeitig Ende des Frühmittelalters in England). Die heute gängige Datierung lautet 800–1050 n. Chr.

 

Der Hobby-Archäologe Michael Kildal Frederiksen hatte den Schatz – wie berichtet – vor einigen Wochen mithilfe eines Metalldetektors auf einem abgeernteten Rapsfeld bei Errigstedt entdeckt und damit für Aufregung unter den Fachleuten gesorgt: Die Ausgrabung sei geheim gehalten worden, erzählt die Museumsmitarbeiterin.

Archäologen hätten sogar vor Ort übernachtet, um die zu diesem Zeitpunkt noch nicht vollständig ausgebeutete Fundstelle zu bewachen. Nachdem der Haderslebener Museumschef Lennart Madsen die gute Botschaft an die Medien weitergegeben hatte, gab es eine weitere fröhliche Nachricht: Am selben Nachmittag wurde auch eine Goldperle entdeckt. „Wir nennen sie Ibens Perle“, verrät Helga Hansen: „Denn Michael Kildals Freundin Iben hat sie entdeckt.“

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen