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Erneut Verfahren gegen Akhanli in der Türkei

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erstellt am 01.Aug.2013 | 04:59 Uhr

Köln/Istanbul | Mehr als eineinhalb Jahre nach seinem Freispruch ist in Istanbul der Revisionsprozess gegen den türkischstämmigen Kölner Autor Dogan Akhanli (Foto) eröffnet worden. Das Gericht habe einen internationalen Haftbefehl gegen ihn verhängt, sagte Akhanli in Köln. Das habe er von Freunden in der Türkei erfahren. Der nächste Prozesstag sei am 4. Oktober.

Akhanli war im Oktober 2011 von einem Gericht in der Türkei vom Vorwurf des Raubes und Totschlags freigesprochen worden. Er lebt seit seiner Flucht aus der Türkei im Jahr 1991 in Deutschland und ist deutscher Staatsbürger. Die Wiedereröffnung des Prozesses mache ihn sprachlos, sagte Akhanli. "Ich habe gehofft, dass sie mit diesem Quatsch aufhören. Ich fühle mich wie ein Fußball, der von den Machtgruppen in der Türkei hin- und hergeschossen wird." Welche Funktion seine neuerliche Verfolgung für einzelne Machtgruppen habe, welche Interessen dahinterstünden, könne er nicht sagen: "Das überfordert mich."

Akhanli war vorgeworfen worden, er sei vor mehr als 20 Jahren an einem Raubüberfall auf eine Wechselstube in Istanbul beteiligt gewesen. Vor Beginn des Prozesses forderte der Journalist Günter Wallraff Unterstützung der Bundesregierung für Akhanli. "Hier wäre unser Außenminister (Guido Westerwelle) gefordert, sich für ihn einzusetzen und zwar auch öffentlich", sagte Wallraff im Deutschlandradio Kultur. Immerhin sei Akhanli deutscher Staatsbürger.

Die Aufhebung des Freispruchs, mit dem das erste Verfahren gegen Akhanli 2011 geendet hatte, sei "offensichtlich" politisch motiviert. Akhanli hat sich in seinen Werken unter anderem mit der Verfolgung der Armenier in der Türkei befasst.

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