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Bestseller : Erfolgsautorin Utta Danella ist tot

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Die Bestsellerautorin Utta Danella ist tot. Sie starb im Alter von 95 Jahren, wie der Heyne Verlag mitteilte.

München | Die Bestsellerautorin Utta Danella ist tot. Sie sei bereits im Juli im Alter von 95 Jahren in München gestorben und im engsten Familienkreis beigesetzt worden, teilte der Heyne-Verlag am Dienstag mit. Seit ihrem Debütroman „Alle Sterne vom Himmel“ zählte Danella zu den erfolgreichsten deutschen Schriftstellerinnen. Die gebürtige Berlinerin schrieb insgesamt 43 Romane, viele von ihnen wurden fürs Fernsehen verfilmt. Bisher war ein anderes Alter der Schriftstellerin bekannt - auch in vielen Datenbanken. Nach Angaben der Agentur war Danella aber zum Zeitpunkt ihres Todes bereits 95 und nicht 91 Jahre alt.

Mit Büchern wie „Jakobs Frauen“, „Tanz auf dem Regenbogen“, „Alle Sterne vom Himmel“ oder „Der Kuss des Apollo“ begeisterte sie Millionen Leserinnen, und auch wenn sie ihr letztes Buch vor Jahren auf den Markt gebracht hat, ist ihr Name untrennbar verbunden mit Romantik - und Kitsch. Sie galt für viele als die deutsche Antwort auf Rosamunde Pilcher.

Danella, die eigentlich Utta Denneler heißt, hat in ihrer Karriere 43 Romane geschrieben und über 70 Millionen Bücher verkauft. Ihr berechtigter Beiname lautet darum: „Die Auflagenkönigin“. Für ihre Arbeit verlieh der damalige Bundespräsident Roman Herzog ihr im November 1998 das Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland. Ihr erstes Buch schrieb sie heimlich - im Alter von nur 14 Jahren.

Auch nach dem Umzug in München blieb die gebürtige Berlinerin zunächst eine heimliche Autorin. Auf dem Dachboden ihrer Münchner Wohnung tippte sie ohne das Wissen ihres Mannes das 1000-seitige Manuskript „Alle Sterne vom Himmel“, das sie einigen Verlagen anbot, die allerdings vom Umfang leicht geschockt waren. Der Durchbruch gelang ihr 1960 im Alter von 36 Jahren mit dem Roman „Stella Termogen oder Die Versuchungen der Jahre“, der in kürzester Zeit eine Auflage von mehr als 100.000 verkauften Büchern erreichte.

„Die Psychologie muss stimmen“, sagte sie einmal im Interview über ihr Erfolgsrezept. „Bei mir reden die Menschen, wie sie wirklich reden.“ Der Vorwurf des Trivialen habe sie nie getroffen. „Die Deutschen machen sich das Leben so kompliziert“, sagte sie. „Bei uns muss Literatur intellektuell überzogen, ja langweilig und verquast sein.“ Bei ihr sollte das nie der Fall sein.

In München - auf einer elektrischen Schreibmaschine - hat sie auch ihren letzten Roman „Der Kuss des Apollo“ geschrieben, der die Geschichte der Schauspielerin Geraldine Bansa erzählt, die trotz ihrer Sehnsucht nach Geborgenheit ihre Unabhängigkeit vorzieht. Unabhängigkeit war auch für Danella immer wichtig.

Mit ihrem Ehemann Hermann Schneider war sie zwar 30 Jahre lang bis zu dessen Tod im Jahre 1980 verheiratet, die Rolle der treu sorgenden Ehefrau war ihr aber immer zuwider. Auch ihr beruflicher Werdegang - erst als Model, dann als Reporterin, später als Autorin - war im Nachkriegsdeutschland nicht alltäglich. Einer ihrer Lehrmeister war kein Geringerer als Erich Kästner. Besonders Frauen greifen zu Danellas Büchern oder schalten den Fernseher ein, wenn die Verfilmungen eines ihrer Romane läuft.

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erstellt am 11.Aug.2015 | 11:39 Uhr

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