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Emotionaler Auftritt: Michael Douglas in Cannes

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erstellt am 22.Mai.2013 | 03:59 Uhr

Cannes | Es ist einer der großen Momente beim diesjährigen Filmfestival Cannes. Hollywoodstar Michael Douglas ist da, um den Film "Behind the Candelabra" von US-Regisseur Steven Soderbergh (50) vorzustellen. Doch als er daran zurückdenkt, wie Soderbergh ihm damals die Rolle des extravaganten Pianisten und Entertainers Liberace anbot, steigen ihm Tränen in die Augen, seine Stimme bricht. "Das war nämlich gleich nach meiner Krebserkrankung." Das Filmrollenangebot sei da ein wunderbares Geschenk gewesen, und er sei Soderbergh "und all den anderen unendlich dankbar, dass sie auf mich gewartet haben".

Den Krebs hat der 68-jährige Oscarpreisträger nach eigener Aussage mittlerweile besiegt - und feierte nun mit seiner Rolle in "Behind the Candelabra" beim Filmfestival Cannes ein grandioses Comeback nach der Erkrankung. Die ersten Kritiker sehen ihn bereits mit der Auszeichnung als bester Schauspieler nach Hause fahren.

Tatsächlich liefert Douglas eine seiner stärksten und verletzlichsten Darstellungen ab. Er gibt Liberace (1919-1987), den gefeierten Entertainer, der ab den 1950er Jahren mit seinen flamboyanten und glamourösen Shows bekannt wurde. Für viele gilt er als Vorreiter von Stars wie Elvis Presley, Madonna und Lady Gaga: Seine Kostüme glitzerten und funkelten, er erzählte amüsante Geschichten und spielte wie ein Besessener auf seinem Klavier.

Was jedoch lange Zeit verheimlicht wurde, war Liberaces Homosexualität. Der Cannes-Wettbewerbsbeitrag "Behind the Candelabra" schaut nun auf die gut fünfjährige Beziehung von Liberace zu dem Jahrzehnte jüngeren Scott Thorson - gespielt von Matt Damon (42).

Soderbergh ("Oceans"-Filme, "Side Effects") inszeniert seinen letzten Film vor einer längeren Auszeit als Regisseur zwar opulent im Stil der 70er und 80er Jahre, verliert sich dabei jedoch nie im Grotesken oder Überzeichneten, sondern kreiert vor allem ein einfühlsames Porträt einer lange verheimlichten Beziehung. Die Stärke des Films sind die Hauptdarsteller.

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