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Hamburg : Elbphilharmonie-Ausschuss berät über Abschlussbericht

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Wer ist schuld am Desaster beim Bau der Hamburger Elbphilharmonie? Antworten soll darauf der 724 Seiten umfassende Abschlussbericht des Parlamentarischen Untersuchungsausschusses geben.

shz.de von
erstellt am 13.Feb.2014 | 17:20 Uhr

Hamburg | Sie haben unzählige Aktenordner gewälzt und zahlreiche Zeugen befragt: Nach drei Jahren beraten die Mitglieder des Parlamentarischen Untersuchungsausschusses zur Elbphilharmonie von Freitag (16 Uhr) an ihren Abschlussbericht. Auf rund 724 Seiten geht es in dem Entwurf um die Frage, wie es zu den immensen Kosten und Bauverzögerungen bei dem Prestigeprojekt kommen konnte.

Erstmals nennt der Bericht, über den bereits einige Medien vorab berichtet hatten, auch die Namen der Verantwortlichen. Demnach wollten alle Beteiligten das Prestigeprojekt unbedingt umsetzen, ohne den Steuerzahlern die wahren Kosten zu präsentieren - die mittlerweile bei knapp 800 Millionen Euro liegen.

Für die wichtigsten Fehlentscheidungen des Projekts - die verfrühte Ausschreibung und das komplizierte Dreiecksverhältnis zwischen Stadt, Hochtief und den Architekten - ist demnach die städtische Realisierungsgesellschaft (Rege) mit ihrem Chef Hartmut Wegener verantwortlich. Die politischen Verantwortlichen, allen voran Hamburgs damaliger Bürgermeister Ole von Beust (CDU) und sein Chef der Senatskanzlei Volkmar Schön (CDU), seien dagegen ihrer Aufsichtspflicht nicht gerecht geworden und hätten sich zu wenig um Details des Jahrhundertbaus gekümmert.

Aber auch die Architekten Herzog & de Meuron und der Baukonzern Hochtief kommen nicht gut weg. Weil fertige Baupläne nicht rechtzeitig vorgelegen hätten, sei es zu einer „chaotischen Situation einer aufwendigeren Planung parallel zum Bau“ gekommen. Über den Baukonzern Hochtief äußert der Bericht die Vermutung, das Unternehmen habe den Angebotspreis von Anfang an niedrig kalkuliert, um später Nachforderungen zu stellen.

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