Religiöser Kultschatz : Einzigartiger Goldfund in Dänemark

Was für ein Fund in Dänemark: Die Spiralen aus Gold in all ihrer Pracht.
Was für ein Fund in Dänemark: Die Spiralen aus Gold in all ihrer Pracht.

Nudelartige Spiralen liegen im Dreck verstreut. Wie ein 3000 Jahre alter mystischer Goldschatz sieht der Fund erstmal nicht aus.

shz.de von
08. Juli 2015, 18:05 Uhr

Holbæk/Boeslunde | Rund 2000 winzige Spiralen aus purem Gold sind in der Nähe von Boeslunde im Umfeld einer Fundstelle geborgen worden, vermeldet das Museum Vestsjælland mit Hauptsitz in Holbæk auf der dänischen Hauptstadtinsel Seeland.

Die gewickelten Drahtstücke wiegen jeweils nur 0,1 Gramm und lagen beim Fund der ersten Stücke im September 2013 eher unscheinbar unter der Grasnarbe. Zunächst wurden sie daher nicht als wertvoll eingestuft. Die Finder vermuteten, sie hätten beim Graben auf der abgetragenen Grasfläche vielleicht nur die Metallspäne von etwas Neuartigem aufgetan. So blieben die zur Ansicht mitgenommenen, einen Millimeter starken und etwa drei Zentimeter langen Fundstücke erstmal auf dem Schreibtisch liegen. Es vergingen beinahe zwei Jahre.

Klar wurde der mögliche Wert des Fundes den Archäologen erst, als ein Goldschmied die mystischen Spiralen untersuchte. Sie stammen aus der Zeit zwischen 900 bis 700 vor Christus, sind also etwa 3000 Jahre alt. Bei einer Visite mehrerer Archäologen im Juni taten sich dann massenhaft dieser rätselhaften Spiralen auf.

Flemming Kaul, Bronze-Experte und Kurator des Dänischen Nationalmuseums, bezeichnete den Fund gegenüber „Politiken.dk“ als „einzigartig“. In diesem Teil der Welt seien noch nie solche Spiralen gefunden worden – und schon gar nicht in dieser Menge.

Nach den Erkenntnissen des dänischen Nationalmuseums sind sie im Rahmen eines Sonnenkultes vermutlich an der Kappe oder der Tracht eines Priesters als Verzierung befestigt gewesen. Die Stelle könnte ein Kult-Ort der Bronzezeit gewesen sein.

Die Amateurarchäologen Christian Albertsen und Hans Henrik Hansen hatten 2013 in der Nähe vier schwere Goldarmreifen per Metalldetektor gefunden, weshalb dort weiter gegraben wurde.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen