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"Genossenschaft" : Eine deutsche Idee soll Unesco-Kulturerbe werden

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Die Deutsche Friedrich-Wilhelm-Raiffeisen-Gesellschaft und die Deutsche Hermann-Schulze-Delitzsch-Gesellschaft wollen erreichen, dass das im 19. Jahrhundert in Deutschland begründete Genossenschaftswesen den Rang des immateriellen Kulturerbes bei den Vereinten Nationen erlangt.

Jeder vierte Deutsche sei Mitglied einer Genossenschaft. Heute entstünden auch viele Energiegenossenschaften, außerdem etwa genossenschaftliche Dorfläden und Gesundheitsgenossenschaften. Beide Vereine wollen die Idee als wirtschaftliches Modell wieder stärker ins Bewusstsein rücken. Noch gibt es kein deutsches immaterielles Unesco-Kulturerbe.

Deutschland trat erst 2013 dem entsprechenden Abkommen bei. Die diesjährige Antragsfrist für das mehrstufige Bewerbungsverfahren endet am 30. November. Bis dahin werben beide Vereine um Unterstützer. Dann hoffen sie über die Länder Rheinland-Pfalz und Sachsen auf Aufnahme in die maximal 34 Bewerbungen lange deutsche Vorschlagsliste an die Unesco-Kommission. Josef Zolk, Vorstandsmitglied der Raiffeisen-Gesellschaft, sagte, 2014 könnte die Anerkennung kommen.

Die Sozialreformer Hermann Schulze-Delitzsch (1808-1883) und Friedrich Wilhelm Raiffeisen (1818-1888) hatten vor mehr als 150 Jahren unabhängig voneinander mit Gründung der ersten Genossenschaften den Grundstein für die weltumspannende Idee gelegt. Der Jurist Schulze-Delitzsch gründete 1849 die Schuhmacherassoziation und 1850 die erste Volksbank im sächsischen Delitzsch. Der Beamte Raiffeisen schuf 1849 im Westerwald die ersten Grundlagen für die ländlichen Kredit- und Warengenossenschaften. Heute gibt es bundesweit rund 8000 und weltweit mehr als 900.000 Genossenschaften.

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erstellt am 08.Okt.2013 | 14:53 Uhr

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