Skulpturenpark : Ehrung für einen großen Stifter

Herbert Gerisch dankte seiner Frau Brigitte für ihre Unterstützung: 'Sie ist leider wenig zu bremsen - es wird also so weiter gehen.'  Foto: Iwersen
Herbert Gerisch dankte seiner Frau Brigitte für ihre Unterstützung: "Sie ist leider wenig zu bremsen - es wird also so weiter gehen." Foto: Iwersen

Der zweite Stifterpreis des Landes wurde an Herbert Gerisch verliehen, den Gründer und Mäzen des Skulpturenparks in Neumünster.

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16. September 2008, 08:43 Uhr

Schleswig | Bei einem Festakt im Schleswiger Dom hat Ministerpräsident Peter Harry Carstensen den zweiten Schleswig-Holsteiner Stifterpreis verliehen. Er ging an Herbert Gerisch, den Gründer und Vorsitzenden der Herbert-Gerisch-Stiftung in Neumünster.
Carstensen wies auf die Bedeutung des Stiftungs wesens für das Gemeinwohl hin und dankte nicht nur dem Preisträger, sondern auch den Hunderttausenden, die sich in Vereinen, Verbänden und Stiftungen ehrenamtlich engagieren: "Ihre Ideen, Ihr Wissen und Ihre Arbeit sind für uns unverzichtbar." 600 private Stiftungen gibt es nach den Worten des Ministerpräsidenten in Schleswig-Holstein. Das seien 110 mehr als vor vier Jahren bei der Verleihung des ersten Stifterpreises.
Stiftung als Gerischs Vermächtnis an die Gesellschaft
Die Gerisch-Stiftung hat vor der restaurierten Villa Wachholtz in Neumünster einen Skulpturenpark internationalen Zuschnitts geschaffen. Jutta Kürtz, die Vorsitzende des Schleswig-Holsteinischen Heimatbundes, zeichnete in ihrer Laudatio Gerischs Lebensweg nach, auf dem es ihn nach dem Zweiten Weltkrieg nach Neumünster verschlagen hatte, wo er schnell Beziehungen knüpfen konnte und den Bau von Wohnungen organisierte. Schon während seiner Zeit als Chef der Big Heimbau habe er sich mit Kunst-Am-Bau-Projekten für regionale Künstler eingesetzt, bis er 1990 die Gründung einer Stiftung ankündigte. "Es dauerte dann noch elf Jahre und 16 Entwürfe für die Stiftungssatzung, bis die Stiftung 2001 gegründet wurde", so Kürtz. Dies sei vor allem dem Anspruch Gerischs geschuldet, dass "solch eine Stiftung doch mindestens 100 Jahre Bestand haben sollte." Seine Stiftung sei Gerischs Vermächtnis an die Gesellschaft.
Nachdem er die ideelle Auszeichnung erhalten hatte, zeigte der Preisträger sich tief bewegt. Er kündigte an, den eingeschlagenen Weg konsequent weiter zu gehen. "Wenn man in der Lage ist, mehr zu erreichen als andere, hat man eine Verpflichtung", brachte Gerisch seine Überzeugung auf den Punkt - und rief auch andere dazu auf, den Preis als Anregung zu sehen, sich zu engagieren.
Der Vorsitzende des Schleswig-Holsteiner Stiftungstags, Michael Eckstein, hatte am Ende noch eine Überraschung für Gerisch parat: "Eine Radierung eines weiteren bedeutenden Stifters unseres Landes" - Günther Grass - mit persönlicher Widmung für den Preisträger.

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