«Kleiner, schmaler Band» : Durch Geschichten unsterblich

Der österreichische Autor Christoph Ransmayr versteht sich trefflich aufs Erzählen.

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12. November 2019, 15:11 Uhr

Es ist ein «kleiner, schmaler Band», wie der österreichische Autor Christoph Ransmayr über seine neueste Veröffentlichung sagt. «Arznei gegen die Sterblichkeit» heißt sie, darin drei Geschichten in einer Form, die zunächst einmal nicht nach großer Erzählkunst klingt: der Dankesrede.

Doch Ransmayr wäre nicht Ransmayr, wenn er nicht den gar einschläfernden Ritus des Aufzählens von Ehrengästen und ehrerbietendem Danken durchbräche und stattdessen das täte, was er so herausragend kann: erzählen. Und in den Geschichten werden die Figuren - Menschen, die auf die Ebene des Erzählens gehoben wurden - quasi unsterblich. In den drei zum Dank erzählten Geschichten sind dies ein Junge, der ein missliches Eigentor schießt, ein Mädchen, das einen schweren Wasserkanister durch eine menschenleere Gegend in Afrika schleppt, und ein Vater, der dafür kämpft, dass seine Ehre wiederhergestellt wird.

Sprachlich wie immer wundervoll - mit deutlich gesellschaftskritischen Worten.

- Christoph Ransmayr: Arznei gegen die Sterblichkeit - Drei Geschichten zum Dank, S. Fischer Verlag, Frankfurt/Main, 64 Seiten, 12 Euro, ISBN 978-3-10397-478-2.

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