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„Moby Dick“ am Hamburger Thalia Theater : Dunkle Reise zum weißen Wal

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die Geschichte „Moby Dick“ von Hermann Melvilles feiert am Freitag am Hamburger Thalia Theater Premiere.

Hamburg | „Moby Dick“ – klar, kennt jeder. Das ist die Geschichte von Kapitän Ahab, der mit wachsender Besessenheit den weißen Wal jagt, ihn töten und damit endgültig besiegen will. Ein von Wasserfluten gepeitschter Gregory Peck in der Verfilmung von John Huston hat für Generationen das Bild von Ahab geprägt, der Film das Abenteuer dieser Jagd in dramatischen Szenen umgesetzt. Aber das ist eben nur ein Teil von „Moby Dick“, noch dazu ein kleiner. Denn Hermann Melvilles gut 800 Seiten umfassender Roman ist viel mehr: Er birgt Betrachtungen zu den einzelnen Wal-Arten, genaue Beschreibungen und Erläuterungen zum Walfang und philosophische Exkurse. Es ist damit Erzählung und Essay, in Teilen auch dramatischer Text mit Szenen, kurz: ein unglaublich vielfältiges und vielschichtiges Werk.

Zur Zeit probt der erst 30-jährige Regisseur Antú Romero Nunes am Thalia Theater „Moby Dick“. Nunes hat sich mit „Don Giovanni“, „Merlin“ und nicht zuletzt mit dem bis zum Sankt Nimmerleinstag ausverkauften „Invasion!“ in der Gaußstraße in die Herzen der Hamburger hineininszeniert und wird mittlerweile an allen großen Häusern der Republik umworben. Grund dafür ist wohl der spielerische, fantasievolle Zugang, den er für seine Arbeiten findet. Als Kind seiner Zeit, das mit der Pop-Ära und der digitalen Welt groß geworden ist, versucht er gar nicht erst, seinen Zuschauern eine Welt vorzugaukeln, die es nicht gibt. Jeder könne doch sehen, meinte er einmal in einem Interview, dass dort ein Schauspieler auf der Bühne steht, dass eben alles nur Theater sei. Deshalb holt er den Zuschauer in seiner Wirklichkeit ab und geht mit ihm und den Schauspielern gemeinsam auf eine Reise voller Fantasie. Auch oder vielleicht gerade bei „Moby Dick“.

Gemeinsam mit der Dramaturgin Sandra Küpper hat er den Roman für die Bühne bearbeitet und dabei gerade nicht den Schwerpunkt auf die Abenteuergeschichte gelegt. Spannender fanden beide, so Küpper, die Vielfalt, die das Werk mit all seinen Abhandlungen und Ausführungen bietet. Und so richtet sich die Aufmerksamkeit auf die große, dunkle Reise um den weißen Wal, auf die Suche danach, wo der Mensch steht. Das Meer wird bei dieser Inszenierung gegenwärtig sein – nur wie und was es sonst noch an magischen Momenten gibt, mit denen Nunes so häufig sein Publikum verzaubert, das soll noch eine Überraschung bleiben – bis zur Premiere am Freitag.

> „Moby Dick“ im Thalia Theater, Gaußstraße 190, Hamburg: Fr, 6. September, 20 Uhr; So, 8. September, 19 Uhr; Mi,18. September, 20 Uhr; Sa, 28. September, 20 Uhr; Mi, 2. Oktober, 20 Uhr; Fr, 18. Oktober, 20 Uhr. Weitere Termine: www.thalia-theater.de.

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erstellt am 03.Sep.2013 | 09:10 Uhr

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