Weltkunstschau beendet : Documenta zog die Massen an

Endspurt: Die documenta-Besucher standen in langen Schlangen vor den Ausstellungshäusern. Foto: dpa
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Endspurt: Die documenta-Besucher standen in langen Schlangen vor den Ausstellungshäusern. Foto: dpa

Die Weltkunstschau in Kassel endete am Sonntag mit einem Besucherrekord. Die Planungen für 2017 laufen bereits.

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17. September 2012, 12:18 Uhr

Kassel | Neuer Rekord: Die Kunstausstellung documenta in Kassel hat bei ihrer 13. Ausgabe rund 860.000 Besucher gezählt. Die weltweit wichtigste Schau zeitgenössischer Kunst endete nach genau 100 Tagen gestern Abend. Den bisherigen Rekord hielt die 12. Ausgabe der Weltkunstschau - im Sommer 2007 waren rund 750.000 Besucher gekommen. Die Besucherzahl stieg also um 14 Prozent, wie die documenta mitteilte. Auch am Sonntag gab es vor nahezu allen Ausstellungsorten noch lange Menschenschlangen. Die documenta findet alle fünf Jahre in Kassel statt.
"Ich bin von dieser documenta beeindruckt und besonders froh, dass die Besucherzahlen und auch das Echo in den Medien so klar widerspiegeln, was wir täglich in der Ausstellung erleben dürfen: Besucher, die bewegt und begeistert sind, die Realitäten neu befragen und, da bin ich ganz sicher, verändert nach Hause fahren", betonte der Geschäftsführer der documenta, Bernd Leifeld.
Auch sonst war die am 9. Juni eröffnete documenta (13) ein Festival der Rekorde: die künstlerische Leiterin Carolyn Christov- Bakargiev schrieb fast 300 Namen auf die Teilnehmerliste, so viele wie nie zuvor. Es gab mit gut 60 Ausstellungsorten in Kassel und an den Außenstandorten Kabul, Kairo und Banff (Kanada) auch mehr Kunst-Stätten als je zuvor. In Kabul kamen rund 27.000 Menschen in die documenta-Ausstellung.
"Die documenta (13) war für die Besucher keine Tagesveranstaltung. Die Ausstellung hat für die Besucher viel mehr eine Form von lebender Kultur repräsentiert, die zum Leben der Menschen gehört und in wiederholten Besuchen erkundet wird, um dabei das Empfinden von Zeitdruck zu brechen, die Zeit und das Empfinden von Kunst befreien zu lassen", sagte Christov-Bakargiev.
Die Ausstellung ziehe vermehrt jüngeres Publikum an, teilte die documenta mit. Knapp ein Drittel der Besucher sei jünger als 30 Jahre. Zudem lockte sie die Prominenz an: Bundespräsident Joachim Gauck kam zur Eröffnung, Schauspieler Brad Pitt war da und - kurz vor Schluss - auch EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso.
Im Schnitt blieben die Besucher drei Tage. Dies dürfte wohl nicht zuletzt auch dem weitläufigen Programm zuzurechnen sein. Die Zahl der verkauften Dauerkarten wurde von 5000 im Jahr 2007 auf nun 12.500 mehr als verdoppelt.
In der kommenden Woche beginnt für die documenta (13) der Abbau, die Planungen für die kommende Ausstellung im Jahr 2017 laufen aber bereits.

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