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Reportage-Magazin : Die „Geo“ bekommt einen neuen Chef

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Feudale Fotostrecken und verblüffende Reportagen: Das Magazin „Geo“ zählt seit Jahrzehnten zu den Benchmark-Titeln im Sortiment des Verlagshauses Gruner + Jahr. An der Spitze vollzieht sich im Sommer ein Generationenwechsel: Chefredakteur Gaede geht nach 20 Jahren.

shz.de von
erstellt am 28.Jan.2014 | 15:03 Uhr

Hamburg | Im Verlag Gruner + Jahr heißt er nur „PMG“: Peter-Matthias Gaede, der Chefredakteur des Reportage-Magazins „Geo“ und der dazugehörenden Markenfamilie, macht seinen Chefsessel nach 20 Jahren auf eigenen Wunsch frei. Zum 1. Juli soll der Kulturwissenschaftler und Autor Christoph Kucklick (50) Nachfolger des 62-Jährigen werden, wie der Verlag am Dienstag in Hamburg mitteilte. Kucklick, der in verschiedenen Positionen für die „Geo“-Gruppe tätig war, wird auch „Geo Thema“ und „Geo Special“ leiten. Dagegen bleiben die Chefredaktionen der „Geo“-Wissenstitel, von „Geo Saison“ und der Kindertitel bei den bisherigen Chefredakteuren.

Das Namenskürzel „PMG“ steht für einen der profiliertesten Journalisten Deutschlands, ausgezeichnet unter anderem mit dem Egon-Erwin-Kisch-Journalistenpreis. Nicht nur die eigene „Geo“-Markenfamilie liegt dem Chefredakteur am Herzen, auch Qualitätsjournalismus und Urheberrecht prägen seine Agenda. Vor zwei Jahren forderte er seine Berufskollegen eindringlich auf, sich für das Urheberrecht stark zu machen, eine „vernehmbare Stimme“ in der Diskussion um das geistige Eigentum zu werden.

Im Verlag selbst bleibt Gaedes Rat gefragt. Der Chefredakteur, kurzzeitig auch G+J-Aufsichtsratsmitglied, soll nach insgesamt 31 Jahren bei „Geo“ künftig als publizistischer Berater des Vorstands arbeiten. „Er [Gaede] entwickelte die Marke “Geo„ mit klugen Texten und exzellenter Fotografie zu einer wirklichen Familie und damit zu einem Parade-Beispiel für Marken-Führung, die bis heute andere anregt“, teilte Vorstandschefin Julia Jäkel mit. Er hinterlasse „ein wirtschaftlich rundum gesundes Qualitätsblatt mit bestem Renommee“. Unter Gaedes Führung legte die Zahl der jährlichen Ausgaben aller Titel der „Geo“-Gruppe nach Verlagsangaben von 30 auf über 80 zu.

Allerdings bekommen die Titel auch den allgemeinen Auflage-Rückgang bei Printobjekten zu spüren. Das Stammblatt „Geo“ hatte zuletzt eine rückläufige Auflage auf 271.026 Exemplare (IVW, 4/2013) und weniger als 200 000 Abonnenten. „Die Abo-Entwicklung steht auch bei uns im Zusammenhang mit einer allgemein sinkenden Bindungswilligkeit und mit den Multioptionen, die jeder potenzielle Mediennutzer heute hat“, hatte Gaede zur Neugestaltung des Heftes im Oktober 2013 gesagt.

„Multioptionen“, damit meint der Blattmacher den Zugriff der Leser auf App-Ausgaben über mobile Endgeräte, die „Geo“ ebenfalls bietet. „PMG“ habe auch im Digital Publishing des Verlags eine Vorreiterposition eingenommen, teilte Jäkel mit. Er habe mit seiner gestalterischen Kraft und seiner Lust an Sprache den gesamten Verlag gefordert, geprägt und nach außen vertreten.

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