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Ausstellungen : Der heilige Nikolaus: Hilfsbereit und Menschenfreund

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Nikolaus ist ein hilfsbereiter Heiliger: Er soll reichlich Wunder vollbracht haben und ist als Helfer in der Not beliebt. Kinder lieben den bärtigen Mann für die Geschenke am Nikolaustag.

Im Ikonen-Museum in Recklinghausen bekommt er nun eine eigene Ausstellung mit dem Titel «Nikolaus - Ein Heiliger für alle Fälle». Präsentiert werden aus der museumseigenen Sammlung etwa 120 Ikonen aus Griechenland und Russland. Die Ausstellung dauert bis zum 23. Februar.

Farbenfrohe Bildnisse auf Holz, aus Metall und Buchmalereien sind dabei. Sie zeigen Nikolaus in immer derselben Gestalt: Ein Mann mit extrem hoher Stirn, kurzem Vollbart und Bischofsgewand. «Die Maler mussten sich an das Urbild halten», berichtet Eva Haustein-Bartsch, die Leiterin des Museums - schließlich sollte der Heilige ja wiedererkannt werden. Allenfalls das Bischofsgewand änderte sich mal. Das älteste Exponat der Schau stammt aus dem 11. oder 12. Jahrhundert. Die meisten Ausstellungsstücke datieren aus der Zeit zwischen dem 15. und dem 19. Jahrhundert.

Nach der Überlieferung war Nikolaus im 4. Jahrhundert Bischof von Myra in Lykien, einem Ort an der türkischen Südküste. Viel weiß man nicht über ihn. Und offenbar wurden später Berichte über einen anderen Nikolaus, einen Abt, mit denen des Älteren vermischt. «Weil man über sein Leben nicht viel weiß, konnte man ihm besonders viele Wunder zuschreiben», sagt die Chefin des Museums.

Es waren so viele Begebenheiten, dass man ihn als den Wundertäter schlechthin bezeichnete. Am meisten verehren Nikolaus die Seefahrer. Deshalb ist er auch Patron für alle Reisenden. Die Geschenke am Nikolaustag gehen auf eine andere Legende zurück. Nikolaus soll auch drei Töchter eines verarmten Nachbarn vor der Prostitution gerettet haben. Denn er kam für ihre Mitgift auf, indem er nachts Goldkugeln in das Zimmer der Mädchen warf. In Russland soll er auch eine Stadt vor den Tartaren gerettet haben.

Im Westen ist der heilige Nikolaus vor allem populär als Vorbild für den Weihnachtsmann mit roter Zipfelmütze oder Kapuze und einem Sack voller Geschenke. Dies geht auf den niederländischen «Sinterklaas» zurück. Dieses Bild wurde, so schildert es das Museum, um 1900 weltweit verbreitet, als Coca-Cola damit in den Firmenfarben warb.

«In der Ostkirche wird er aber als Heiliger verehrt, nicht als Weihnachtsmann», erklärt Museumsleiterin Haustein-Bartsch. Ein russisches Sprichwort unterstreiche seine große Popularität: Wenn Gott einmal sterbe, würde man den heiligen Nikolaus zu seinem Nachfolger wählen.

Ein Bild des stets hilfsbereiten und menschenfreundlichen Heiligen wollten auch Reisende gerne bei sich haben. In der Ausstellung in Recklinghausen sind auch viele kleine, robuste Ikonen aus Metall zu sehen, die im Gepäck mitgenommen oder um den Hals gehängt wurden. Auch diese Exponate stammen aus dem großen Fundus des Museums. Es besitzt nach eigenen Angaben die bedeutendste und umfangreichste Sammlung ostkirchlicher Kunst außerhalb der orthodoxen Länder.

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erstellt am 18.Okt.2013 | 13:01 Uhr

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