Der etwas andere Traum von Olympia

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21. April 2015, 15:12 Uhr

Tagtäglich erreichen uns neue Horrormeldungen von im Mittelmeer ertrinkenden Flüchtlingen. Der Zeichner Reinhard Kleist hat bereits 2012 zur Flüchtlingsproblematik recherchiert und ist dabei auf die Geschichte der Läuferin Samia Yusuf Omar gestoßen. Er gibt einem von Tausenden Flüchtlingsschicksalen in seinem neuen Buch „Der Traum von Olympia“ ein beeindruckendes Gesicht.

Kleist zeichnet in der Graphic Novel (Comicroman) die Geschichte der Sportlerin nach. Die junge Somalierin war 2008 bei den Olympischen Spielen in Peking Fahnenträgerin ihres Landes. Auch wenn sie bereits im Vorlauf als Letzte ausscheidet, wird sie vom Publikum bejubelt. Für die Läuferin steht fest, sie will 2012 in London wieder dabei sein. Kleist bescheibt den Alltag von Samia Yusuf Omar in düsteren Schwarz-Weiß-Bildern: Wie sie im zerstörten Stadion trainieren muss, wie sie von religiösen Fanatikern bedroht wird, aber auch ihre häuslichen Pflichten und die Liebe zur Familie. Samia will ihre Heimat nicht verlassen. Für den Traum von der Karriere als Profisportlerin muss sie es.

Dem Grafiker ist es gelungen, ein hochpolitisches, dramatisches und aktuelles Werk zu schaffen. Morgen spricht Reinhard Kleist im Hamburger Aalhaus (Eggerstedtstraße 39) über „Der Traum von Olympia“. Statt Eintritt bitten die Veranstalter um eine Spende von 5 Euro für Borderline Europe. Die Organisation wehrt sich gegen die Abschottung der EU gegenüber Flüchtlingen.

Der Traum von Olympia, 154 Seiten, Hardcover, 17,90 Euro, ISBN: 978-3-551-73639-0

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