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Ein Porträt : „Der einzig echte Batman“ - US-Schauspieler Adam West gestorben

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Die „Batman“-Serie aus den 60er Jahren ist Kult. Für Hauptdarsteller Adam West war sie ein Segen - und ein Fluch. Danach fand er lange Zeit kaum noch Rollen, bis zu einem späten Comeback in „Family Guy“.

shz.de von
erstellt am 11.Jun.2017 | 11:02 Uhr

Los Angeles | „Boing!“ „Ouch!“ „Crush!“ „Pow!“ - mit in Comic-Manier eingeblendeten Sprechblasen wie diesen erlangte die „Batman“-Serie in den 60er Jahren Kultstatus. Hauptdarsteller Adam West alias Bruce Wayne alias Batman wurde zum Star - und für viele Fans ist er nach wie vor, trotz aller großen Hollywood-Verfilmungen, der einzig echte Batman. „Es gibt viele gute Schauspieler, die Batman in Filmen dargestellt haben“, sagt beispielsweise Burt Ward, der in der Serie Batmans Gehilfen Robin spielt. „Aber in meinen Augen gab es nur einen echten Batman und das war und wird immer Adam West sein.“ Nach einem „kurzen, aber mutigen Kampf gegen Leukämie“ ist West am Freitag (Ortszeit) im Alter von 88 Jahren in Los Angeles gestorben, wie seine Familien am Wochenende per Facebook mitteilte. Die Serie, die West berühmt gemacht hatte, wurde schon nach zwei Staffeln abgesetzt - aber das Bild des Batman blieb ein Leben lang an dem Schauspieler haften.

Geboren wurde West im Ort Walla Walla im US-Bundesstaat Washington als Sohn eines Bauern. Er studierte, ging zur Armee und kam über Freunde zum Fernsehen, wo er in den 50er Jahren zahlreiche kleinere Rollen bekam.

Die Schauspieler Adam West als „Batman“ (l) und Burt Ward als „Robin“, aufgenommen am 27.01.1989 in Chicago (USA).

Die Schauspieler Adam West als „Batman“ (l) und Burt Ward als „Robin“, aufgenommen am 27.01.1989 in Chicago (USA).

Foto: Mark Elias/AP/dpa

Der Batman-Part veränderte alles - zum Guten und zum Schlechten. West war auf einmal berühmt, aber niemand wollte ihn mehr als etwas anderes verpflichten. „Wenn man eine Maske und lustige Strumpfhosen anhat ... das frustriert einen schon manchmal“, sagte der Schauspieler, der unter anderem mit einem Stern auf dem Walk of Fame in Hollywood geehrt wurde, einmal in einem Interview. „Ich wurde für einige Rollen abgelehnt über die Jahre und ich glaube, es lag daran.“ Gleichzeitig zeigte er sich dankbar für die Anerkennung. „Wie viel Glück kann ein Mensch haben, dass er bei etwas dabei ist, das ein Klassiker wird?“ Jahrzehntelang hielt sich West, der dreimal verheiratet war und sechs Kinder und Stiefkinder hatte, mit kleineren Rollen im Fernsehen und als Synchronsprecher über Wasser. Bis er im Jahr 2000 für die Zeichentrickserie „Family Guy“ als Stimme des Bürgermeister der fiktiven Stadt Quahog angeheuert wurde, einen Job, dem er bis zuletzt nachging. Das war ein spätes Comeback für ihn.

Eine Freude sei es gewesen, mit Adam West zu arbeiten, schrieb Schauspieler und „Family Guy“-Produzent Seth McFarlane bei Twitter.„Er war der Typ, den man immer um sich haben wollte. Seine positive Einstellung, sein gutes Gemüt und sein Humor waren unbestreitbar und es war immer wie ein Blitz der besten Energie, wenn er in den Raum kam, um eine Show aufzuzeichnen.“ Er habe einen Freund verloren, schreibt McFarlane weiter. „Du bist nicht zu ersetzen.“ 

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