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Kultur

20. August 2017 | 12:20 Uhr

Der Einstein der Musik

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Bob Dylan hat mit seiner Musik mehrere Generationen beeinflusst / Am 8. Juli holt ihn der sh:z für ein Konzert nach Flensburg

Es ist nicht ganz leicht, diesen Mann zu fassen: Musiker, Autor, Maler, Philosoph, weltweit gehörte Stimme Amerikas. Bob Dylan ist alles zusammen, vor allem aber ist er der wohl einflussreichste Musiker der Gegenwart. „Er bedeutet für die Popmusik das gleiche wie Einstein für die Physik“, hat das amerikanische Magazin „Newsweek“ über ihn geschrieben und kaum jemand würde da widersprechen.

Am 8. Juli spielt Dylan, der Einstein der Musik, in Flensburg, präsentiert vom Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlag.

Und vielleicht ist es auch der kommende Literatur-Nobelpreisträger, der dann auf der Bühne steht. Glaubt man den Buchmachern, dann hat in den vergangenen Jahren nicht viel gefehlt und der Mann wäre mit der höchsten Auszeichnung des Literaturbetriebs dekoriert worden.

Aber wer glaubt schon Buchmachern? Dylan selbst bestimmt nicht. Dabei ist die Idee, seine Songtexte auszuzeichnen, keine neue. Dylan hat unter anderem den Pulitzerpreis erhalten, den wichtigsten US-amerikanischen Literaturpreis – für seine „lyrischen Kompositionen“. Seine Texte sind tatsächlich so kunstvoll, dass sie auch ohne die Musik funktionieren, sein Blick auf die Welt, der lange als verträumt und etwas naiv galt, gewinnt weltweit an Bedeutung. Die Idee von einem Leben im Einklang mit Natur und Umwelt, sie setzt sich mittlerweile weltweit durch. Dylan, der grüne Prophet.

So klingen viele Geschichten, die man sich von Dylan erzählt. Immer etwas entrückt, als wäre er gar nicht echt. Eine lebende Legende, von der man gern wüsste, was sie selbst von all dem Zirkus hält, der um sie veranstaltet wird. Aber Dylan spricht nicht gern über sich. Er spricht ohnehin nicht viel.

Stattdessen singt er seine Lieder, von denen die bekanntesten längst Klassiker sind und von unzähligen anderen Künstlern gecovert wurden: „Knockin on Heavens Door“, „The Times They are A-Changin’“, „Blowin’ in the Wind“, „Like a Rolling Stone“. Über die Musik wirbt Dylan auch weiter für seine Sache, er tourt mit seinen 72 Jahren immer noch um die Welt, obwohl er es bei 110 Millionen verkauften Alben wohl nicht mehr nötig hätte. Zumindest, wenn man es nur aus der finanziellen Perspektive betrachtet.

Auf die Bühne muss er trotzdem, es zieht ihn zu den Menschen, um seine Lieder, seine Texte, seine Botschaften weiterzugeben. Als würde es einfach nicht reichen, sie den Hörern allein zu überlassen, nur vom Band, ohne ihn.

Den echten Dylan gibt es nur auf der Bühne, mit all den Umdeutungen seiner Songs, die er heute auch noch vornimmt. Dylan kann man nicht nur hören, man muss ihn sehen.

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von
erstellt am 18.Feb.2014 | 20:02 Uhr

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