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Wandbild von Carl Ludwig Jessen : Der „Bierkönig“ bekommt eine neue Heimat

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die Geschichte des „Bierkönigs“ von Friesenmaler Carl Ludwig Jessen liest sich wie ein Krimi. Denn so ohne weiteres konnte er nicht von der Wand gelöst werden. Eine Spezialfirma aus Lübeck musste beauftragt werden. Im März wurde das Wandteil herausgelöst.

shz.de von
erstellt am 23.Apr.2014 | 07:21 Uhr

Niebüll | Dieses Kunstwerk hatte man fast vergessen: In der ehemaligen Gaststätte „Morgenstern“ im nordfriesischen Niebüll befand sich ein nahezu unbekanntes Wandbild des Friesenmalers Carl Ludwig Jessen. Der Abriss des Hauses steht an, also mussten die Retter des „Bierkönigs“ aktiv werden.

Auf Initiative des Niebüller Geschichtsvereins, der das Wandbild nun geschenkt bekam, wird das skurrile Kunstwerk gerettet und wandert nach der Restaurierung ins Andersen-Hus nach Klockries. Dies gaben Beate Jandt, Vorsitzende des Niebüller Geschichtsvereins, und Gerhard Johannsen, 2. Vorsitzender des Ostermooriger Friesenvereins, jetzt bekannt.

Die Geschichte des „Bierkönigs“ liest sich wie ein Krimi. Denn so ohne weiteres konnte er nicht von der Wand gelöst werden. Eine Spezialfirma aus Lübeck musste beauftragt werden. Im März wurde das Wandteil herausgelöst.

Vier Tage lang waren die Spezialisten am Werk. Sie verklebten das Werk mit Japanpapier und verschränkten die Fläche mit einer umfangreichen Holzkonstruktion, um ein Auseinanderbrechen zu verhindern. Dann wurde die Mauer seitlich entfernt. Ein spannender Moment: Hier stand alles auf der Kippe. Hauseigentümer Lars Brunk und die Helfer des Friesenvereins atmeten ebenso durch wie die Restauratoren, als die Operation perfekt war. Der „Bierkönig“ wurde anschließend mit einem Spezialtransporter nach Lübeck in die Werkstatt überführt, wo er durch einen Stahlträger auf der Rückseite stabilisiert wurde.

Beate Jandt und Gerhard Johannsen hatten zuvor für die kostspielige Arbeit und die Restaurierung fast 17.000 Euro gesammelt. Sie fanden Unterstützung bei der Friede-Springer-Stiftung, dem Bürgerwind-Park Niebüll, der Nospa, den Stadtwerken und Privatpersonen. Bei der Standortwahl gab es Soforthilfe von dem Ostermooriger Friesenverein. Denn ursprünglich sollte der Bierkönig ins Niebüller Friesenmuseum. Doch dort war der Platz nicht ausreichend, so dass der Friesenverein Niebüll-Deezbüll absagte. Nun kam das Andersen-Hus ins Spiel. In einer schlaflosen Nacht fiel Beate Jandt das beliebte Kulturzentrum ein. Sie wusste, dass Carl Ludwig Jessen einige Zeit in Klockries gelebt hatte. In den Jahren zwischen 1869 und 1874. „Das passt“, dachte sie sich. Die Ostermooringer Friesen sahen es genauso. „Das Bild gehört in die Region!“ waren sich die Vereinsvorstände schnell einig. Und es ist im stark frequentierten Andersen-Hus am richtigen Platz. Die Einweihungsfeier ist für diesen Sommer geplant. Der Kunsthistoriker und Carl Ludwig Jessen-Kenner Professor Ulrich Schulte-Wülwer wird die Festrede halten.

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