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Kultur

15. Dezember 2017 | 01:55 Uhr

Der Abschied vom Schlager

vom

shz.de von
erstellt am 14.Mai.2013 | 03:59 Uhr

BERLIN | Auch wenn es Mary Roos langjährige Berufserfahrung nicht vermuten lässt: Die Sängerin wirkte bei der Präsentation einiger Lieder ihres jüngsten Albums "Denk was du willst" in Berlin ziemlich aufgeregt. Textpatzer macht sie mit ihrem Charme wett, ansonsten begeistert sie mit ihrer jugendlich-warmen Stimme.

Mit Schlagern haben die neuen Stücke der Hotelierstochter, die in Bingen am Rhein geboren wurde, nichts zu tun. Sie bedienen gekonnt die vielen Spiel- und Stilarten der Jazzentwicklung, darunter Bossa Nova, Chanson, Swing. Völliges Neuland betritt Mary Roos damit nicht. Schon in den 1970er Jahren nahm sie für den französischen Markt anspruchsvollere Lieder auf, sie gastierte im Pariser Olympia, zeitweise arbeitete sie mit dem legendären Komponisten und Musiker Michel Legrand zusammen. Doch für den ganz großen Erfolg hätte sie dauerhaft nach Frankreich übersiedeln müssen. Stattdessen konzentrierte sie sich wieder auf ihre Schlagerkarriere in Deutschland. Warum macht sie jetzt noch einmal eine Kehrtwendung? "Ich möchte Frauen in meinem Alter Mut machen, sich weiterhin ihre Träume zu erfüllen."

Versierte Musiker wie der Jazzer Till Brönner oder Sven Bünger (ehemals Soulounge) haben sich für "Denk was du willst" mit der 64-Jährigen zusammengetan, die meisten Texte hat Jovanka von Wilsdorf für sie maßgeschneidert: "Wir haben uns ohne viele Worte auf Anhieb verstanden." Mit einem Augenzwinkern brachte die Songschreiberin zum Beispiel in "Sonntage" Mary Roos Abneigung gegen den siebten Wochentag auf den Punkt. Frank Ramond wiederum machte es sich zur Aufgabe, für die Künstlerin mit "Wie lange wolln Sie das noch machen" eine gnadenlos ehrliche Nummer zu verfassen. Anfangs habe sie das schon ein bisschen geschockt, räumt die Exfrau von Werner Böhm alias Gottlieb Wendehals ein: "Aber es stimmt ja: Viele jüngere Kolleginnen würden bestimmt gerne meinen Platz einnehmen." Mary Roos tritt Fr, 17. Mai, 20 Uhr, im Hamburger Grünspan auf, Karten: 01805/9690000.

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