Arme Kerle! : David Szalays Roman-Potpourri über Männer

Die Debatte über Sexismus hat auch Einfluss auf das Selbstbild der Männer. Aber was sagt eigentlich die Literatur dazu, die seit jeher als Vergrößerungsglas für die Beziehung zwischen den Geschlechtern gilt?

shz.de von
24. Juli 2018, 16:02 Uhr

Was dreht sich zurzeit nicht alles um die Frage nach der Rolle des Mannes in der Gesellschaft. Die Debatte über Sexismus hat auch Einfluss auf das Selbstbild der Herren.

Aber was sagt eigentlich die Literatur dazu, die seit jeher als Vergrößerungsglas für die Beziehung zwischen den Geschlechtern gilt? Antworten könnte man bei David Szalay finden. Dessen jüngster Roman «Was ein Mann ist» - schon vor zwei Jahren im englischen Original erschienen - liegt endlich auf Deutsch vor.

«All That Man Is» ist das vierte Buch des 1974 in Montreal geborenen, in London aufgewachsenen und mittlerweile in Budapest lebenden Autors. Im Mittelpunkt: neun Männer in teils ineinander gekreuzten, zumindest aufeinander bezogenen Erzählungen.

Vom jüngsten Protagonisten (fast volljährig) bis zum ältesten (ein Rentner) zeigt Szalay Männer mit all ihren Unzulänglichkeiten und Schwächen, ihren jeweiligen Wünschen und oft törichten Begehren. Und am Ende setzt sich aus allen Stadien des Mannwerdens und Mannseins ein Gesamtkorpus zusammen. Für seinen Erzählband auf der Schwelle zum Roman landete Szalay 2016 auf der Shortlist für den renommierten britischen Man-Booker-Preis.

- David Szalay: Was ein Mann ist, Hanser, 512 S., 24,00 Euro, ISBN 978-3-446-25824-2.

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