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Reeperbahn Festival : Cluesos Geheimkonzert und Rays Fragen

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Rekord: Etwa 30.000 Fans haben das diesjährige Reeperbahn Festival mit fast 400 Konzerten an vier Tagen besucht.

Sie ist einfach Kult: „Ray’s Reeperbahn Revue“. Wer den ehemaligen MTV-Moderator Ray Cokes einmal live erleben will, muss dafür lange vor dem Hamburger Schmidt Theater in der Schlange stehen. Aber das Warten lohnt sich.

Allein mit seinem britischen Humor punktet der 56-Jährige alle Jahren wieder bei den Besuchern des Hamburger Reeperbahn Festivals. Er macht ein Blitzinterview – zwei Fragen, zwei Antworten – mit dem Franzosen Talisco, der später bei seinem Auftritt in der Großen Freiheit zeigt, dass er definitiv zu den begabtesten Singer/Songwriter-Newcomern zählt. Genau wie der Ire Hozier, mit dem sich Cokes etwas ausführlicher unterhält. Er versteht es, mit Witz Informatives aus jedem Nachwuchstalent herauszukitzeln.

Doch natürlich kann man auch auf eigene Faust zukünftige Stars aufspüren. Zum Beispiel die Britin Ella Eyre, die mit ihrer grandiosen Soulstimme die Herzen der Zuschauer in der Großen Freiheit zum Schmelzen bringt. Oder die Bluesband Kill It Kid im Docks. Im rappelvollen Neidklub entfachen Owls By Nature kanadischen Folkrock. Carson McHone begleitet ihre filigranen Folksongs ganz alleine mit der akustischen Gitarre in der Hasenschaukel, wo es die nettesten Türsteher gibt. Sie lassen wirklich Interessierte gerne durch den Hintereingang rein, wenn vorne alles verstopft ist.

So etwas funktioniert bei den Stars allerdings nicht. Beim Überraschungsauftritt der Berliner Beatsteaks im Docks oder bei Cluesos Geheimkonzert im Gruenspan sichert vorzeitiges Erscheinen die besten Plätze. Wenn der Laden voll ist, kommt keiner mehr rein – ohne Ausnahme.

Viele genießen auch auf dem Spielbudenplatz in den lauen Spätsommernächsten das Gratis-Programm. Ein Besuch im Gewerbe5 lohnt ebenfalls. Der Fotograf Pascal Kerouche hat für „Almost not Famous“ Prominente in „Was wäre wenn“-Porträts inszeniert. Hätte es mit Samy Deluxe‘ Rapperkarriere nicht geklappt, dann wäre er Psychologe geworden. Revolverheld-Sänger Johannes Strate hätte wohl einen Job als Pizzabote angenommen. Selten gewähren einem die Stars so persönliche Einblicke. Mit solchen Schauen, Poetry Slam und all den großartigen Konzerten hat das Reeperbahn Festival seinen Ruf als eines der wichtigsten Festivals Europas weiter gefestigt.

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erstellt am 22.Sep.2014 | 10:24 Uhr

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