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Deutscher Comedypreis : Carolin Kebekus: Früher Praktikantin, heute Königin Lustig

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Konkurrenz? Muss man bei Carolin Kebekus krampfhaft suchen. Beim Deutschen Comedypreis triumphiert die Kölnerin nun auch über die komplette männliche Kollegenschaft. Dabei wollte sie einfach nur nie auf Niedlichkeit reduziert werden.

shz.de von
erstellt am 25.Okt.2017 | 16:19 Uhr

Carolin Kebekus hat Anfang des Jahres zum ersten Mal eine Hauptrolle in einem Kinofilm übernommen. In «Schatz, nimm du sie!» spielte sie eine für das deutsche Kino noch nicht alltägliche Figur: eine Frau, die nicht nur Stichwortgeberin für den Mann ist, sondern ihren eigenen Kopf hat.

Etwas anderes wäre in ihrem Fall aber auch gar nicht denkbar gewesen. «Ich habe schon unheimlich viele Bücher bekommen, in denen die Frau einfach austauschbar war», sagte Kebekus. Das habe dann oft so ausgesehen: «Entweder man ist ein Dummchen oder relativ schnell nackt.»

Die 37-Jährige kann es sich leisten, sich über solche Angebote nicht mal mehr richtig aufzuregen. Sie ist die unangefochtene Nummer eins der deutschen Comedy-Szene. Hochoffiziell wurde das nochmal am Dienstagabend in Köln bestätigt. Zum fünften Mal in Folge gewann sie den Deutschen Comedypreis als beste Komikerin/bester Komiker. In diesem Jahr auch gegen die komplette männliche Kollegenschaft - die vormals nach Geschlecht getrennten Kategorien waren zusammengelegt worden.

Geboren wurde sie in Bergisch Gladbach, ihr Biotop ist aber Köln, in dem sie aufwuchs - ähnlich wie beim einstigen «König Lustig» Stefan Raab (51). Vor etwas mehr als zehn Jahren begann ihre Karriere als Praktikantin bei einer Firma, die damals die RTL-Show «Freitag Nacht News» produzierte. Schnell tauchte Kebekus in ersten kleinen Rollen auf. Es folgten viele weitere Auftritte, etwa bei «Was guckst du?!». 2011 ging sie mit ihrem ersten Soloprogramm «PussyTerror» auf Tour. 2016 schaffte sie mit ihrer WDR-Show «PussyTerror TV» den Sprung ins Erste. Auch in der «heute show» des ZDF ist sie zu sehen.

Kebekus schafft dabei meist eine gesunde Mischung aus Albernheit und deftigem Ton. Angesprochen auf ihre oft deutliche Ausdrucksweise sagte sie in einem Interview: «Ich glaube, mich hat es immer gestört, wenn man mich auf Niedlichkeit reduziert hat. Da musste ich dann immer erstmal ein "Penis!" entgegenbrüllen.»

Damit ist sie weit gekommen.

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