Grammys 2018 : Bruno Mars räumt sechs Grammys ab – Jay-Z geht leer aus

Der Mann der 60. Grammy-Verleihung: Trophäen-Sammler Bruno Mars. /Invision
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Der Mann der 60. Grammy-Verleihung: Trophäen-Sammler Bruno Mars. /Invision

Eigentlich sollte es ein Abend des Hip-Hop werden. Am Ende steht bei den Grammys aber der Funk-Junge Bruno Mars mit dem breitesten Grinsen auf der Bühne.

shz.de von
29. Januar 2018, 07:18 Uhr

New York | Der R&B- und Funk-Sänger Bruno Mars hat mit seinem Team bei der Grammyverleihung ordentlich abgeräumt und ist gleich mit sechs der begehrten Trophäen ausgezeichnet worden. Mars gewann mit dem Titel „24K Magic“ und dem gleichnamigen Album unter anderem Preise für das beste Album, die beste Aufnahme und das beste Lied des Jahres. Rapper Kendrick Lamar nahm bei der Gala am Sonntag in New York fünf Grammys mit nach Hause, der achtfach nominierte Rapper Jay-Z ging überraschend leer aus.

Eine der begehrten Auszeichnungen ging auch nach Deutschland: Die Elektro-Veteranen Kraftwerk erhielten in der eher unbekannten Sparte Dance-/Electronic-Album einen Grammy für „3-D The Catalogue“. 2014 hatten Kraftwerk schon einen Grammy für ihr Lebenswerk gewonnen. In den vergangenen Jahren gewannen in den weniger beachteten der inzwischen 84 Kategorien immer wieder deutsche Künstler, vor allem Musiker aus dem Klassik- und Opern-Bereich.

Mars stach neben Jay-Z unter anderem Childish Gambino mit dessen Titel „Redbone“ und den Megahit „Despacito“ von Luis Fonsi & Daddy Yankee mit Justin Bieber aus. Kendrick Lamar gewann unter anderem in den Kategorien für das beste Rap-Album und den besten Rap-Titel. Mit den großen Gewinnen von Mars in den Hauptkategorien stand die Show dieses Jahr weniger im Zeichen des Hip-Hop als erwartet.

Single des Jahres 24k Magic Bruno Mars
Album des Jahres 24k Magic Bruno Mars
Song des Jahres That’s What I Like Bruno Mars
Bester neuer Künstler   Alessia Cara
Bestes Gesangsalbum – Pop ÷ Ed Sheeran
Beste Rock-Darbietung You Want It Darker Leonard Cohen
Beste Metal-Darbietung Sultan’s Curse Mastodon
Bester Rocksong Run Foo Fighters
Beste Rap-Darbietung Humble Kendrick Lamar

Die dreineinhalbstündige, von James Corden moderierte Gala war gefüllt mit hochkarätigen Auftritten: Neben Mars, Lamar und Gambino kamen unter anderem Elton John, Pink und Rihanna auf die Bühne. Auch Demokratin Hillary Clinton hatte einen Auftritt, als sie neben Rapperin Cardi B, John Legend, Cher und Snoop Dogg in einem vorab aufgezeichneten Sketch aus dem Enthüllungsbuch „Fire and Fury“ („Feuer und Zorn“) über US-Präsident Donald Trump vorlas.

Kendrick Lamar war für sieben Grammys nominiert, fünf Trophäen gewann der Rapper. /Invision
Foto: Matt Sayles
Kendrick Lamar war für sieben Grammys nominiert, fünf Trophäen gewann der Rapper. /Invision

Ein starkes Statement gegen Trump und dessen scharf kritisierte Äußerung über sogenannte „Drecksloch“-Länder leistete sich Logic, nachdem er „1-800-273-8255“ gerappt hatte: „An all die wunderschönen, mit Kultur, Vielfalt und Tausenden Jahren Geschichte gefüllten Länder, ihr seid keine Dreckslöcher“. Die im Englischen härtere Übersetzung („shithole“) wurde von den Veranstaltern zensiert.

Die sonst in Los Angeles heimische Verleihung fand dieses Jahr erstmals seit 15 Jahren in New York statt. Mehrere Musiker trugen zur Gala eine weiße Rose am Revers oder in der Hand als Zeichen der Solidarität mit der #TimesUp-Bewegung zum Kampf gegen sexuelle Übergriffe und männliche Dominanz. „Die Zeit der ungleichen Bezahlung, der Diskriminierung und Belästigung jeder Art und des Missbrauchs von Macht ist um“, sagte Musikerin und Schauspielerin Janelle Monáe.

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