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Kunst : Berlin Art Week beginnt mit «Painting Forever»

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Die Malerei ist tot, es lebe die Malerei. In der Berlinischen Galerie, dem Landesmuseum für Moderne Kunst, zeigt derzeit der Karlsruher Kunstprofessor Franz Ackermann, wie quicklebendig die Arbeit mit Pinsel und Farbe sein kann.

shz.de von
erstellt am 17.Sep.2013 | 14:03 Uhr

Für das Leuchtturmprojekt der Berlin Art Week - «Painting Forever» - hat der gebürtige Oberbayer eine raumgreifende Installation geschaffen, die auf faszinierende Weise Wandmalerei, Tafelbilder und Fotografie miteinander verbindet.

«Es ist schon ein Phänomen, dass die Kunstmärkte von Malerei wimmeln, die großen Ausstellungen hingegen schnöde auf dieses Medium verzichten», sagt Thomas Köhler, der Direktor der Berlinischen Galerie, für deren 40 Meter lange und zehn Meter hohe Eingangshalle Franz Ackermann sein Werk «Hügel und Zweifel» entwickelt hat.

Köhler stellte am Dienstag zum Auftakt der Art Week gemeinsam mit drei weiteren führenden Kunstinstitutionen das Gemeinschaftsprojekt «Painting Forever» vor. Daneben locken bis zum Sonntag zahlreiche Einzelausstellungen, Galerieprogramme sowie die beiden renommierten Kunstmessen abc (art berlin contemporary) und Preview Kunstliebhaber in die Stadt.

«Wir Berliner lieben's ja immer ein bisschen groß», verkündete Kulturstaatssekretär André Schmitz. «Aber die nächsten Tage werden beweisen, dass Berlin wahrscheinlich europaweit, wenn nicht weltweit DER Ort ist, wo zeitgenössische Kunst entsteht.»

Und der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit, der die Kunstwoche am Abend mit einem Open-Air-Fest offiziell eröffnen wollte, sprach von einem «wichtigen Schaufenster» für die Kunstmetropole Berlin. Angesichts der immer schärferen Konkurrenz auf dem internationalen Kunstmarkt will die Stadt mit dem im vergangenen Jahr ins Leben gerufenen Groß-Event ihre Attraktivität für Sammler und Käufer erhöhen.

Allein das von Wowereit initierte Gemeinschaftsprojekt «Painting Forever» wird mit 500 000 Euro aus der Landeskasse gefördert. Neben der Berlinischen Galerie sind die neue Kunsthalle der Deutschen Bank, das KW Institute for Contemporary Art und die Neue Nationalgalerie beteiligt.

Angesichts der Bandbreite der künstlerischen Positionen habe man sich entschlossen, nicht eine «große Mammutschau» zu machen, sondern die Ausstellungen auf das Profil der einzelnen Institutionen zuzuschneiden, sagte KW-Direktorin Gabriele Horn. «Wir haben uns sehr gern in das gemeinsame Wagnis gestürzt.»

Ihr Haus im Galerieviertel Auguststraße präsentiert unter dem Titel «Keilrahmen» die Werke von mehr als 70 Künstlern, die, dicht an dicht gehängt, einen Einblick in die Vielfalt der verhandelten Themen geben. Die Kunsthalle am Boulevard Unter den Linden fasst die Arbeiten von vier Malerinnen unter dem Motto zusammen: «To Paint Is To Love Again».

Und in Mies van der Rohes Glastempel am Potsdamer Platz zeigt die Neue Nationalgalerie schon seit einigen Tagen ihre Ausstellung «BubeDameKönigAss», die die vier in Berlin lebenden, recht unterschiedlichen Künstler Martin Eder, Michael Kunze, Anselm Reyle und Thomas Scheibitz in einen Dialog bringt.

«Natürlich wird es Malerei immer geben», fasste Nationalgalerie-Direktor Udo Kittelmann zusammen. Kunst müsse sich anderen Herausforderungen stellen als der Frage, ob die Malerei tot sei oder nicht. «Vielleicht schaffen es diese vier Ausstellungsprojekte, diesen Diskurs endlich zu beerdigen.»

Art Week, Programm und Termine

Projekt Painting Forever

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