In Bonn und Wien : Beethoven-Orte: Häuser, Theater, Museen

«Beethoven - Menschenwelt und Götterfunken» - Ausstellung in der Nationalbibliothek Wien. /APA/dpa
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«Beethoven - Menschenwelt und Götterfunken» - Ausstellung in der Nationalbibliothek Wien. /APA/dpa

Die meiste Zeit seines Lebens verbrachte Ludwig van Beethoven in Wien. Dort wurde der Rheinländer berühmt. Rund 60 Wohnungen bewohnte er in Wien und Umgebung. In Bonn steht noch sein Geburtshaus - es wurde vor 131 Jahren vor dem Abriss bewahrt.

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15. Januar 2020, 10:27 Uhr

Kurz vor seinem 22. Geburtstag reiste im November 1792 Ludwig van Beethoven (1770 - 1827) von Bonn nach Wien. Als Studienreise geplant, wurde es ein Abschied für immer.

In Wien lebte Beethoven 35 Jahre lang. Beethoven-Orte gibt es in beiden Städten. In Bonn steht sein Geburtshaus. In Wien und Umgebung bezog er im Laufe der Jahre rund 60 Wohnungen und Häuser. Rechnerisch packte der rastlose Komponist hier jedes halbe Jahr seine Sachen. Wichtige Orte:

GEBURTSHAUS: Heute ist es der Kern der Bonner Beethoven-Verehrung. Es ist das einzige erhaltene Wohnhaus der Musiker-Familie Beethoven. 1889 bewahrten empörte Bürgern es vor dem Abriss. Der Verein «Beethoven-Haus» ist Träger des Museums. Die Präsentation hat sich verändert - weg von Ehrfurcht, hin zu Information. Zu sehen sind Hörrohre des Schwerhörigen, Notenblätter, Briefe, Instrumente und Porträts. Die Besucher pilgern durch enge Zimmer, über steile Treppen und knarzende Dielen. Es sind über 100.000 im Jahr.

DENKMAL: Das Monument wurde 1845 zum 75. Geburtstag in der Bonner Innenstadt aufgestellt. Es zeigt den Komponisten auf hohem Sockel und mit ernstem Blick. Hauptsponsor war der Pianist und Komponist Franz Liszt. Zur Einweihung kamen der preußische König Friedrich Wilhelm IV. und Queen Victoria. Einen kleinen Eklat gab es auch: Die Statue kehrte den hohen Gästen den Rücken zu. Auf zeitgenössischen Abbildungen war der große Münsterplatz bei der Enthüllung voller Menschen.

RATHAUS: Der barocke Bau stand schon zu Beethovens Zeiten. Auch den von Häusern gesäumten, dreieckigen Marktplatz hat der junge Ludwig gesehen. Er musste ihn auf dem Weg zu den Musiker-Diensten im Schloss überqueren. Der große Obelisk stand bereits mitten auf dem gepflasterten Platz: Er wurde 1777 - wahrscheinlich nicht freiwillig - von Bürgern für Kurfürst Max Friedrich gebaut.

SCHLOSS: Heute beherbergt das Gebäude die Universität von Bonn. Es liegt im Zentrum mit der breiten Seite zu Hofgarten und Rhein hin. Von dort sieht es im wesentlichen noch aus wie zu Beethovens Zeit, berichtet Bonns Stadtarchivar Norbert Schloßmacher. Der junge Beethoven spielte hier mit der Hofkapelle. Die katholischen Kölner Kurfürsten waren seit Ende des 16. Jahrhunderts vor Ort und dominierten das Leben der kleinen Stadt.

BEETHOVEN-MUSEUM: In dem heute am Rand von Wien zum Museum umgestalteten einstigen Wohnhaus verfasste der Komponist 1802 das Heiligenstädter Testament, einen - nie abgeschickten - Brief an seine Brüder. Darin drückt er seine Verzweiflung über seinen Gesundheitszustand und seine fortschreitende Taubheit aus. Im Frühjahr wird Beethovens Hörrohr dort zu sehen sein.

PASQUALATI-HAUS: Insgesamt lebte Beethoven in dem Haus im Zentrum von Wien für ihn erstaunliche acht Jahre. Hier komponierte er die 5. und 6. Symphonie und das allen Klavierschülern wohlvertraute Stück «Für Elise».

THEATER AN DER WIEN: Ein historischer Ort - denn hier wurden mehrere Beethoven-Werke uraufgeführt. Dazu gehört auch seine einzige Oper «Fidelio». Hollywood-Star Christoph Waltz inszeniert hier das Werk im März in der Fassung von 1806.

SEZESSION: In dem Gebäude hängt der 34 Meter lange und zwei Meter hohe «Beethovenfries», eine Hommage des Malers Gustav Klimt an Beethoven und dessen 9. Symphonie («Freude, schöner Götterfunken»). Besucher können anlässlich des Beethoven-Jahres den 4. Satz aus der 9. Symphonie in neuer Einspielung der Wiener Symphoniker anhören.

ÖSTERREICHISCHE NATIONALBIBLIOTHEK: Dort geht die Schau «Beethoven - Menschenwelt und Götterfunken» bis zum 19. April auf private Aspekte des Lebens des Komponisten ein, der vor allem von der Nachwelt zum einsamen Kämpfer stilisiert wurde.

BADEN: In dem äußerst schmucken Kurort rund 35 Kilometer von Wien entfernt suchte Beethoven Ruhe und Linderung von seinen Leiden. Der prominente Kurgast arbeitete hier an der 9. Symphonie, deren Entstehung im dortigen Beethovenhaus nacherzählt wird. Im Kaiserhaus des Orts beschäftigt sich Ausstellung «Mythos Ludwig Van» mit der Frage, wie der Mythos Beethoven entstand und sich verändert hat.

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