Inzenierung von Laufenberg : Bayreuther Festspiele gehen mit «Parsifal» weiter

Andreas Schager als Parsifal samt Chor. Die Wagner-Oper wird bei den Bayreuther Festspielen aufgeführt. /Festspiele Bayreuth
Andreas Schager als Parsifal samt Chor. Die Wagner-Oper wird bei den Bayreuther Festspielen aufgeführt. /Festspiele Bayreuth

Es ist wieder Festspiel-Zeit auf dem Grünen Hügel von Bayreuth. Bei der Eröffnung mit dem «Lohengrin» blieb es auf der Bühne betont unpolitisch. Das dürfte sich am zweiten Tag mit dem «Parsifal» ändern.

shz.de von
26. Juli 2018, 15:43 Uhr

Tag zwei bei den Bayreuther Festspielen: Nach der Eröffnung des weltberühmten Opernfestivals mit «Lohengrin» und zahlreichen prominenten Gästen wird nun am Donnerstag (16.00 Uhr) Richard Wagners letztes Werk «Parsifal» aufgeführt.

Die Wiederaufnahme der Inszenierung von Uwe Eric Laufenberg dirigiert der aus St. Petersburg stammende Semyon Bychkov, der erstmals am Grünen Hügel arbeitet. In der Titelpartie ist erneut Andreas Schager zu hören und zu sehen.

Die Eröffnungspremiere, eine Neuinszenierung des «Lohengrin» unter der Regie des US-Amerikaners Yuval Sharon, war am Mittwochabend vom Publikum gefeiert worden. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) fand sie «wunderbar», Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) sagte: «Ich habe selten so eine großartige Inszenierung in Bayreuth erlebt.»

Gemeinsam mit dem Künstler Neo Rauch und dessen Frau Rosa Loy, die ein träumerisches, blaues Bühnenbild geschaffen hatten, brachte Sharon die Geschichte des Schwanenritters als Märchen auf die Bühne.

Während der Applaus für die inhaltlich eher schlichte und unpolitische Interpretation Sharons gemischter ausfiel, wurden die Sänger und Christian Thielemann, der jetzt als erst zweiter Dirigent überhaupt alle zehn in Bayreuth aufgeführten Wagner-Opern dort präsentiert hat, einhellig gefeiert.

Besonders viel Applaus bekam Tenor Piotr Beczala. Er war erst kurz vor Probenbeginn für Roberto Alagna eingesprungen, der es schlicht nicht geschafft hatte, rechtzeitig seinen Text zu lernen. Gefeiert wurden auch Anja Harteros als Elsa und Waltraud Meier als Ortrud. Sie feierte ihr Comeback bei den Richard-Wagner-Festspielen nach 18 Jahren Abwesenheit. Es soll gleichzeitig ihr letztes Engagement auf dem Grünen Hügel sein.

Die «Parsifal»-Inzenierung von Laufenberg geht in ihr drittes Jahr. Sie ist deutlich politischer als der neue «Lohengrin» und ausdrücklich religionskritisch. Als Wiederaufnahmen folgen dann noch «Tristan und Isolde», «Die Meistersinger von Nürnberg», «Der fliegende Holländer» und «Die Walküre». Die Bayreuther Festspiele enden am 29. August.

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