Keine Klimaanlage : Bayreuther Festspiel-Publikum kämpft mit der Hitze

Engelina Edema und Ingo Schaller erfrischen sich in einer Pause im kühlen Kneipp-Becken oberhalb des Festspielhauses.
Engelina Edema und Ingo Schaller erfrischen sich in einer Pause im kühlen Kneipp-Becken oberhalb des Festspielhauses.

Eine Oper von Richard Wagner ist Schwerstarbeit - nicht nur für die Musiker.

shz.de von
01. August 2018, 17:26 Uhr

Es ist in diesem Jahr schweißtreibend, Festspiel-Besucher in Bayreuth zu sein. Das Festspielhaus - schon bei gemäßigteren Außentemperaturen eine Sauna - wird in diesen heißen Sommertagen, bei über 30 Grad im Schatten, zum Backofen.

Weil es keine Klimaanlage in Richard Wagners Festspielhaus gibt, steigen die Temperaturen im Opernsaal ins Unerträgliche. Wenn die Türen geschlossen sind, weht dort kein Lüftchen mehr. Einigen Besuchern macht die Hitze so sehr zu schaffen, dass sie die Vorstellung mittendrin verlassen, einige brauchen sogar medizinische Hilfe.

Wie heiß genau es im Festspielhaus wird, können die Sprecher der Festspiele auf Anfrage nicht sagen - ebenso wenig, wie viele Menschen ärztlich behandelt werden müssen.

Fächer werden in diesen Tagen zum begehrten Souvenir. Der Absatz übertreffe alle Erwartungen, sagen die Verkäufer im Andenken-Shop vor dem Festspielhaus. Auch Männer greifen inzwischen zu. «Ein Kunde hat gesagt: Es ist zwar unmännlich, aber bei diesen Temperaturen geht es nicht anders.» Wer keinen Fächer hat, wedelt mit der Eintrittskarte.

Abkühlung sucht das Publikum in den Pausen im kühlen Kneipp-Becken oberhalb des Festspielhauses. Auch die 46 Jahre alte Engelina Edema und der 47 Jahre alte Ingo Schaller waten in festlicher Garderobe durch das Wasser. «Das ist genau das Richtige.» Die Temperaturen im Festspielhaus tragen sie aber mit Fassung. «Es ist ja nicht zum ersten Mal so heiß. Das schaffen wir schon.»

Einen Seitenhieb auf die klimatischen Zustände gibt es auch in der Ankündigung eines Benefizkonzertes der Blechbläser und Schlagzeuger des Bayreuther Festspielorchesters. Darin heißt es zum Veranstaltungsort ausdrücklich: «im (klimatisierten!) Markgräflichen Opernhaus». 

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