Ende der Festspiele : Bayreuth: Musiker ziehen ab - Bauarbeiter kommen

Kaum ist der letzte Ton verklungen, muss das Festspielhaus in Bayreuth weiter saniert werden.
Kaum ist der letzte Ton verklungen, muss das Festspielhaus in Bayreuth weiter saniert werden.

Die Bayreuther Festspiele gehen zu Ende, die Sanierung geht weiter - und das Programm für 2019 steht.

shz.de von
29. August 2018, 15:00 Uhr

Wenn für Musiker und Sänger die Bayreuther Festspiele an diesem Mittwoch (29. August) enden, rücken nur kurze Zeit später die Bauarbeiter an. Die Sanierung des weltberühmten Festspielhauses geht weiter.

Bei diesem Bauabschnitt geht es vor allem darum, Brandschutz und Barrierefreiheit im Haus zu verbessern.

Zum Auftakt der Festspiele Ende Juli hatte Holger von Berg, der geschäftsführende Direktor des Festivals, darauf hingewiesen, dass 2026 ein Jubiläum in Bayreuth ansteht: Dann werden 150 Jahre Festspielgeschichte gefeiert, die Verantwortlichen möchten die Sanierung des Hauses bis dahin gern abgeschlossen haben.

Die Herausforderung: Die Handwerker können in Bayreuth nur dann arbeiten, wenn nicht gerade geprobt oder gespielt wird. Und für die Festspielzeit im Sommer beginnen die Probenarbeiten bereits im Frühjahr. Dazu kommt, dass 2020 eine Neuinszenierung des vierteiligen Zyklus «Der Ring des Nibelungen» bevorsteht - und die Probenzeit entsprechend länger dauern wird.

In den vergangenen Jahren ist vor allem an der Fassade des Hauses gearbeitet worden. Damals wurden die Kosten für die Sanierung auf 30 Millionen Euro beziffert. Ob dieser Betrag ausreicht, ist inzwischen jedoch fraglich. Die Finanzierung tragen die Gesellschafter der Festspiel-GmbH - der Bund, der Freistaat Bayern, die Stadt Bayreuth und die Gesellschaft der Freunde von Bayreuth - sowie der Bezirk Oberfranken und die Oberfrankenstiftung.

Das 1876 eröffnete Festspielhaus wurde eigens nach den Plänen des Komponisten Richard Wagner (1813-1883) errichtet, er konnte hier seine Festspielidee verwirklichen.

Die nächsten Wagner-Festspiele starten im kommenden Jahr - wie immer - am 25. Juli, dann mit einer Neuinszenierung des «Tannhäuser». Regie führt dabei Tobias Kratzer, Dirigent ist Valery Gergiev. Außerdem stehen «Lohengrin» (in einigen Aufführungen mit Anna Netrebko als Elsa) und «Die Meistersinger von Nürnberg» auf dem Spielplan.

«Parsifal» in der Regie von Uwe Eric Laufenberg und «Tristan und Isolde» in der Inszenierung von Festspiel-Chefin Katharina Wagner werden 2019 zum letzten Mal auf dem Grünen Hügel zu sehen sein, wie die Festspiele am Dienstag mitteilten. Sie machen 2020 Platz für die Neuinterpretation des vierteiligen «Ring des Nibelungen». Wer Wagners Mammutwerk inszenieren und dirigieren wird, wurde noch nicht verraten.

Einen Tag vor der Eröffnung, am 24. Juli 2019, soll es einen Festakt für den langjährigen Intendanten Wolfgang Wagner geben. Der Vater der heutigen Festspiel-Chefin starb 2010 und wäre im kommenden Jahr 100 geworden. An seinen Vater Siegfried wiederum erinnern die Festspiele mit der Uraufführung eines Stücks von Feridun Zaimoglu. Siegfried Wagner, der Sohn von Richard Wagner, wäre 150 Jahre alt geworden.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert