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Auszeichnung : Bachtyar Ali erhält Nelly-Sachs-Preis

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Der irakisch-kurdische Autor sei im Westen noch weitgehend unentdeckt, so die Jury, die das mit der Preisverleihung ändern möchte. Sie schätzt sein Werk als Werk ein Manifest des Lebenswillens und der Poesie ein.

shz.de von
erstellt am 07.Sep.2017 | 15:11 Uhr

Der irakisch-kurdische Autor Bachtyar Ali erhält den Nelly-Sachs-Preis, den Literaturpreis der Stadt Dortmund. Die Auszeichnung ist mit 15 000 Euro dotiert.

Nach Einschätzung der Jury zählt Ali zu den bedeutenden Autoren der islamischen Welt, sein Werk sei im Westen aber weitgehend unentdeckt. Er schreibe auf Sorani, der südöstlichen Variante des Kurdischen, teilte die Stadt am Donnerstag weiter mit. Bislang sind zwei Romane in deutscher Sprache erschienen («Die Stadt der weißen Musiker», «Der letzte Granatapfel», Unionsverlag). Darin setzt er sich mit dem Schicksal der irakischen Kurden auseinander.

«Angesichts von Erfahrungen genozider Gewalt, Kriegen und Flucht ist Bachtyar Alis Werk ein Manifest des Lebenswillens und der Poesie», urteilte Jury-Mitglied und Schriftsteller Stefan Weidner. «Unter Rückgriff auf die Mythen und die Spiritualität des Orients sowie getragen von hohem moralischem Anspruch und großem Engagement bricht der Autor eine Lanze für die Menschlichkeit.»

Bachtyar Ali wurde 1966 in der nordirakischen Stadt Sulaimaniya geboren. Anfang der 80er Jahre geriet er durch sein Engagement in den Studentenprotesten in Konflikt mit der Diktatur Saddam Husseins, er brach sein Geologie-Studium ab und widmete sich der Poesie. Seit Mitte der 90er Jahre lebt Bachtyar Ali in Deutschland.

In Anlehnung an den Geburtstag der deutsch-schwedischen Schriftstellerin Nelly Sachs (1891-1970) wird der Preis am 10. Dezember in Dortmund verliehen.

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