Neue Serie Hjerson: Wie viel Agatha Christie steckt wirklich im ZDF-Vierteiler?

Von Tobias Sunderdiek | 28.01.2022, 15:20 Uhr

Frei nach Agatha Christie stellt eine neue ZDF-Serie den Ermittler Hjerson vor. Aber - wie viel von der Queen of Crime steckt wirklich in der Produktion?

Sie bilden eines dieser Paare, die eigentlich unmöglich scheinen: der reiche Privatermittler Sven Hjerson und die junge, vom Beruf frustrierte Trash-TV-Produzentin Klara Sandberg. Doch das Gesetz, wonach Gegensätze sich anziehen, funktioniert auch hier.

Auf einem Kreuzfahrtschiff in der Ostsee geschieht ein Mord. Und der Detektiv, der sich längst ins Zivilleben zurückgezogene und aussieht wie pensionierter Oberstudienrat, aktiviert noch einmal seine kleinen, grauen Zellen. Statt Tee und Ingwerkekse: Hier findet ein Mord zwischen Hummerbuffet und Sektbar statt.

Sehr vage nach Agatha Christie erzählt

„Basierend auf Charakteren und Motiven“ von Agatha Christie heißt es in dieser vierteiligen Krimiserie aus Schweden. Tatsächlich hat Christie mal eine Romanfigur namens „Hjerson“ erfunden; diese Produktion hat aber nur bedingt etwas mit Miss Marple oder Hercule Poirot zu tun. Zwar geht es auch um die Aufklärung von Verbrechen - die Engländer bezeichnen das Genre als „Whodunit“, also: „Wer hat es getan“. Aber die Fälle finden im Hier und Jetzt statt, und nicht etwa, wie in den Romanen der Krimifürstin, vor allem in den 1930ern beim Plausch, Gebäck und in Pfarrhäusern.

Ganz auf heutige Gewohnheiten eingestellt, findet sich hier auf Spielfilmlänge durchaus ansprechende Unterhaltung. Das ist zwar nicht besonders originell, sieht man mal die Herleitung von Agatha Christie ab, etabliert aber ein charmantes Detektivpaar.

Wertung: Fünf von sechs Sternen.

Sendetermin: „Hjerson“, ZDF, Sonntag, 30. Januar, 22.15 Uhr.

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