London : "Am liebsten wäre ich unsichtbar"

Sängerin Dido lässt sich  nicht aus der Ruhe bringen. Foto: sony
Sängerin Dido lässt sich nicht aus der Ruhe bringen. Foto: sony

Sängerin Dido veröffentlicht ihr viertes Album "Girl who got away" und hat sich dafür die Unterstützung ihres Bruders geholt.

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02. März 2013, 08:34 Uhr

London | Dido Armstrong, 41, mag es unprätentiös. Beim Interviewtermin in einem Londoner Privatclub punktet die Britin mit ihrer Natürlichkeit. Für ihr viertes Album "Girl who got away" holte sie sich Unterstützung bei ihrem Bruder Rollo oder Brian Eno. Das Ergebnis: ein kongenialer Mix aus Pop, Elektronik, HipHop und Folk.

Wollten Sie mit Ihrer neuen CD etwas tiefer in die Welt der Beats eintauchen?

Sie ist definitiv elektronischer als ihr Vorgänger "Safe Trip home". Geplant habe ich das nicht, es hat sich mit der Zeit so ergeben. Daran war mein Bruder Rollo nicht ganz unschuldig. Was Musik angeht, ist er ein echter Visionär. Er erkennt auf Anhieb das wahre Potential einer Nummer - wie zum Beispiel bei "Blackbird". Diesen Titel hatte ich ursprünglich auf meiner Gitarre komponiert und als Folksong angelegt. Doch Rollo sagte sofort: "Daraus mache ich dir einen erstklassigen Dancetrack."

Haben Sie sich da nicht überrumpelt gefühlt?

Ach was. Ich weiß, dass ich Rollo bedingungslos vertrauen kann. Wir ergänzen uns perfekt, darum sind wir ein richtig gutes Team. Mein Bruder ist für mich wie meine zweite Gehirnhälfte.

Er war mit seiner Band Faithless ziemlich erfolgreich. Gab es Phasen, wo Sie sich als Konkurrenten empfunden haben?

Nein. Rollo trumpft weder mit einer besonders tollen Stimme auf noch spielt er ein Instrument. Er hat sich von Anfang an mehr fürs Produzieren interessiert und im Hintergrund gearbeitet.

Auch Sie scheinen zwischen Ihren Platten komplett von der Bildfläche zu verschwinden.

Mir geht es wirklich nur um Musik, nicht ums Drumherum. Am liebsten wäre ich unsichtbar, dann könnten sich die Leute vollkommen auf meine Lieder konzentrieren.

So eine Einstellung ist im Popgeschäft selten geworden.

Jeder muss selber entscheiden, wie er sich vermarktet. Ich fürchte bloß, viele wissen gar nicht, worauf sie sich einlassen, wenn sie sich vor allem mit irgendwelchen Skandalen in die Schlagzeilen katapultieren. Dabei verlieren sie womöglich die Kontrolle über ihr Leben. Ich bin jedenfalls froh, dass ich nicht ständig von Paparazzi verfolgt werde.

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