Rainier Fog : Alice in Chains erheben Weltschmerz zum Kunstwerk

Ein Leben auf der Kante: Alice in Chains.
Ein Leben auf der Kante: Alice in Chains.

Die Grunge-Pioniere Alice in Chains sind für ihr sechstes Studio-Album nach über 20 Jahren in ihre Heimatstadt Seattle zurückgekehrt. Am Fuße des mächtigen Mount Rainier ist ein denkmalträchtiges Werk entstanden. Auch wenn die Aufnahmen nicht immer störungslos verliefen.

shz.de von
28. August 2018, 09:50 Uhr

Für Alice in Chains ist es eine Art Heimkehr. In Seattle starteten die US-amerikanischen Grunge-Rocker ihre beeindruckende Karriere.

In die Regenwetter-Stadt an der Westküste kehrte das Quartett nun zurück, um das sechste Studio-Album «Rainier Fog» einzuspielen. Im Bad Animals Studio hatte die Band zuletzt 1995 ihr selbstbetiteltes Doppel-Platin-Album aufgenommen.

«Es war cool, wieder zu Hause zu sein und in das Studio zurückzukehren, das für uns ein geschichtsträchtiger Ort ist. Leider wird das Studio bald abgerissen und dort ein verdammtes Hochhaus gebaut», erzählt Gitarrist und Bandgründer Jerry Cantrell der Deutschen Presse-Agentur: «Als wir dort aufnahmen, haben dort Bohrungen unterhalb des Studios stattgefunden. Wir mussten manchmal die Aufnahmen unterbrechen, weil plötzlich der Boden anfing zu wackeln.»

Geschadet hat das der Qualität des neuen Longplayers nicht. Die Band, die weltweit mehr als 30 Millionen Alben verkauft hat, setzt auf «Rainier Fog» ihre Trademarks perfekt um: Die Songs sind hart, melancholisch und von einem packenden Groove durchzogen. Exemplarisch hierfür steht «Red Giant» mit seinem großartigen Riff, dem finsteren Gesang. «Und der Chorus trifft dich wie ein Vorschlaghammer», fügt Cantrell hinzu. Alice in Chains klangen schon immer härter, düsterer und verzweifelter als die Grunge-Kollegen von Nirvana oder Soundgarden.

Der Titeltrack widmet sich ebenfalls der Herkunft der Band. Der Mount Rainier ist ein gigantischer, oft nebelverhangener Berg vor den Toren Seattles. «Er überragt alles. Man kann ihn überall fühlen. Ich bin in seiner Nähe aufgewachsen. Der Berg ist ein Symbol für Heimat», erklärt Cantrell: «Als ich den Song geschrieben habe, sind mir Gedanken durch den Kopf gegangen, woher wir kommen und was wir alles durchgemacht haben.»

Der frühere Sänger Layne Staley und Ex-Bassist Mike Starr starben an ihrer Drogensucht. Zwischenzeitlich lag die Band auf Eis. Doch seit 2005 sind Alice in Chains vitaler denn je. «Das Wort Fog im Plattentitel passt zum Wetter in Seattle, es ist dort oft regnerisch und nebelig. Der Nebel repräsentiert das Dunkel, aus dem wir gekommen sind», beschreibt Cantrell den Werdegang dieser außergewöhnlichen Band.

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