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Regenschirm-Tag 2017 : Acht Dinge, die Sie noch nicht über Regenschirme wussten

vom

Am 10. Februar ist Regenschirm-Tag. Mit dem Gebrauch kennt man im Norden aus. Wahre Fakten kennen nur wenige.

shz.de von
erstellt am 09.Feb.2017 | 20:20 Uhr

1. Der Regenschirm ist schon über 1000 Jahre alt

<p>Regenschirme gibt es schon seit mehr als 1000 Jahren.</p>

Regenschirme gibt es schon seit mehr als 1000 Jahren.

Foto: imago

Der Abt Alcuin von Tours schickte dem Bischof Arno von Salzburg im Jahr 800 einen Schirm mit den Worten „Ich sende dir ein Schutzdach, damit es von deinem verehrungswürdigen Haupte den Regen abhalte.“ Allerdings gibt es den Schirm schon seit tausenden Jahre vor Christus.

2. Zunächst wurden die Schirme zum Schutz vor der Sonne verwendet

<p>Bunte Sonnenschirme in Myanmar.</p>

Bunte Sonnenschirme in Myanmar.

Foto: imago
 

In Asien gab es die Schirme zum Schutz vor der Sonne - und später auch vor Regen - schon sehr lange. Von dort aus verbreiteten sie sich im gesamten Orient, bevor sie - vermutlich über Persien - das antike Europa erreichten. Ursprünglich aus Federn, Palmblättern, Stoff- oder Lederstreifen gefertigt, diente der Sonnen- oder Regenschirm über die Jahrhunderte hinweg als Symbol der Macht und war lange Zeit den Herrschenden vorbehalten.

Das Verdienst, den Schirm als unentbehrlichen Begleiter im regnerischen Nordeuropa populär gemacht zu haben, wird dem britischen Geschäftsmann Jonas Hanway (1712-1786) zugeschrieben. Vermutlich lernte er dessen Vorzüge auf einer seiner Reisen in den Vorderen Orient kennen.

3. Am häufigsten gehen die Speichen kaputt

<p>Wenn es windig ist, geht so mancher Schirm kaputt.</p>

Wenn es windig ist, geht so mancher Schirm kaputt.

Foto: imago

Bei häufiger Benutzung haben die Schirme einen relativ hohen Verschleiß und müssen repariert werden. In 30 Prozent der Fälle müssen die Speichen dran glauben. Es folgen die Schieber (25 Prozent) und die Nieten (20 Prozent). Obwohl er früher als edles Accessoire galt, scheint der Regenschirm heute immer mehr zum Wegwerfprodukt zu werden. Deutsche Verbraucher geben pro Stück im Durchschnitt keine fünf Euro dafür aus.

4. Der englische Begriff „umbrella“ hat einen geschichtlichen Hintergrund

<p>Auch als Sonnenschirm zu verwenden.</p>

Auch als Sonnenschirm zu verwenden.

Foto: dpa

Auch die englische Bezeichnung „umbrella“ weist darauf hin, dass der Schirm ursprünglich als Sonnenschirm diente. Das lateinische „umbra“ bedeutet „Schatten“. Erst im späten 17. Jahrhundert finden sich Hinweise darauf, dass Schirme als Regenschutz verwendet wurden. In einigen Dialekten wird der Schirm auch „Parasol“ genannt, also Sonnenschirm.

5. Den sogenannten „Knirps“ gibt es seit 1928

<p>Von einer heftigen Windböe überrascht wird eine Frau mit Knirps.</p>

Von einer heftigen Windböe überrascht wird eine Frau mit Knirps.

Foto: dpa

Erste Versuche einen kleinen, zusammenfaltbaren Taschen-Regenschirm zu bauen, gab es sogar schon im späten 17. Jahrhundert. Aber erst 1928 wurde der „Knirps“ dann in Breslau erfunden und 1930 patentiert. Der Erfinder heißt Hans Haupt und hatte die Idee, den Schirm mit einem Teleskop-Gestell auszustatten.

6. In diesen Berufen ist ein Regenschirm hilfreich

<p>Ein Angler im Regen.</p>

Ein Angler im Regen.

Foto: dpa
 

Schafhirten in den Pyrenäen verwenden große Schirme, die mit dem Stab auf die Schulter gelegt oder mit Schirm und Stab am Boden abgestellt werden, während der Hirte unter dem Schirm Schutz findet.

Auch Angler sind insbesondere nachts und an nebligen Tagen Tau und Regen ausgesetzt. Sie schützen sich mit Schirmen, die mit dem Stabspitz im Boden verankert werden können. Mitunter werden auch muschelförmige, halboffene Zelte verwendet.

7. Die meisten Regenschirme kommen heute aus China

<p>Regenschirm-Produzenten setzen heute auf Hightech, Design und Leichtbaumaterialien.</p>

Regenschirm-Produzenten setzen heute auf Hightech, Design und Leichtbaumaterialien.

Foto: dpa
 

98 Prozent der Schirme, die in Deutschland verkauft werden, kommen aus chinesischer Produktion. Um den Verkauf anzukurbeln, wird sich heute auf spezielles Hightech, Design und Leichtbaumaterialien gesetzt.

8. Regenschirm als Zeichen der „Verweiblichung“

<p>Heute ist der Regenschirm in der breiten Masse angekommen.</p>

Heute ist der Regenschirm in der breiten Masse angekommen.

Foto: dpa

Im 17. Jahrhundert wurde der Regenschirm zum modischen Accessoire für Frauen. Jedoch nicht im regenreicheren England und in ländlichen Gebieten des deutschen Raums. Hier setzte sich der Regenschirm erst im 18. Jahrhundert durch, da dieser zuvor als „französisch“ galt und bei Männern zudem als Zeichen von „Verweiblichung“.

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