US-Fernsehpreis 2015 : Abräumer „Game of Thrones“ mit 24 Emmy-Nominierungen

Die TV-Serie „Game of Thrones“ ist derzeit besonders populär.
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Die TV-Serie „Game of Thrones“ ist derzeit besonders populär.

Die Macher der Fantasy-Serie können sich Hoffnungen auf den begehrten Fernsehpreis machen. Viele Nominierte sind altbekannt - doch im Bereich Comedy ist ein früherer Kritiker-Liebling dieses Mal der große Verlierer.

shz.de von
17. Juli 2015, 08:29 Uhr

Bei den Nominierungen für den wichtigsten Fernsehpreis der Welt hat die Fantasy-Serie „Game of Thrones“ mit 24 möglichen Preisen groß abgeräumt. Dazu zählt auch eine Nominierung für den Emmy als herausragende Dramaserie. Die meisten Trophäen kann die in Deutschland bei RTL II und Sky laufende Reihe allerdings in Nebenkategorien wie Kameraführung und Makeup gewinnen.

Die Emmys werden am 20. September in Los Angeles vergeben. Ausgezeichnet werden neben lang laufenden Serien auch Miniserien, Fernsehfilme und die besten Shows. Über die Sieger entscheiden die rund 19.000 Mitglieder der Academy for Television Arts & Sciences.


Die von ZDF und ZDFneo ausgestrahlte Werbeagentur-Serie „Mad Men“ kommt für ihre Abschlussstaffel auf elf Nominierungen, unter anderem als beste Dramaserie sowie für die beiden Hauptdarsteller Jon Hamm und Elisabeth Moss. Genauso viele Nominierungen in den Comedysparten erhielt am Donnerstag in Los Angeles „Transparent“.

Die Amazon-Webserie kann sich neben Auszeichnungen als beste Comedyserie und für den besten Hauptdarsteller in neun anderen Kategorien Hoffnungen auf einen Preis machen. Die „American Horror Story“ (hierzulande im Pay-TV bei Fox und frei empfangbar bei Sixx) kam bei der Bekanntgabe der möglichen Emmy-Sieger auf 19 Nominierungen in den Kategorien für Miniserien. Die vierteilige Romanverfilmung „Olive Kitteridge“ steht 13 Mal auf der Liste möglicher Gewinner.

Die 67. Auflage der Emmys ist damit erneut ein Schritt nach vorn für die Produzenten von nur über das Internet empfangbare Serien: Amazon Instant Video kommt auf zwölf Nominierungen. Platzhirsch Netflix ist sogar mit 34 Nennungen dabei, davon elf für die Politik-Serie „House of Cards“ (in Deutschland auch bei Sky Atlantic HD und Sat.1), sieben für die von NBC abgelehnte neue Comedy „Unbreakable Kimmy Schmidt“ und vier für die Gefängnis-Serie „Orange is the New Black“.

Das Feld dominiert jedoch Kabelanbieter HBO. Er kommt auf 126 Nominierungen, laut Branchenmagazin „Variety“ neuer Rekord für einen Sender. Schlechter sieht es für die vier großen terrestrischen Sender ABC, NBC, CBS und Fox aus. „Für sie erwiesen sich die diesjährigen Nominierungen wieder einmal als Enttäuschung“, kommentierte die „New York Times“. Seit 2011 war keine Serie dieser Sender mehr in der Kategorie bestes Drama nominiert.

Zu den Verlierern zählt auch die in Deutschland populäre „Big Bang Theory“. Hauptdarsteller Jim Parsons, der in der Serie den Physiker Sheldon Cooper spielt, hat für diese Rolle schon vier Mal den Emmy gewonnen, ist dieses Jahr aber nicht einmal nominiert. Auch als beste Comedyserie ist die bei ProSieben laufende Reihe erstmals seit 2010 nicht im Rennen.

Dennoch zeigten sich Kritiker mit der Auswahl zufrieden. Anders als die allzu absehbaren Nominierungslisten früherer Jahre sei die diesjährige Selektion „lobenswert“, schreibt der „Hollywood Reporter“. „Es sind Nominierungen, die gut überlegt daherkommen - und den Zeitgeist widerspiegeln.“

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