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Kultur

24. Oktober 2017 | 14:09 Uhr

Abba am Apparat

vom

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erstellt am 11.Mai.2013 | 03:59 Uhr

Von Sven Bohde

Telefon! Geh doch mal einer ran. Es könnte entweder Agnetha, Anni-Frid, Benny oder Björn sein. Nur diese vier haben die Nummer des 70er-Jahre-Apparats, der im neuen Abba-Museum in Stockholm steht. Das bedeutet: Wenns klingelt, hat man die Chance, mit einer lebenden Musiklegende zu plaudern - man muss sich nur trauen.

Eigentlich eine geniale Idee. Sie erinnert an den Hit "Ring Ring", in dem sich alles um ein Telefon dreht. Aber ob die Macher der Ausstellung damit und mit den anderen Exponaten Erfolg haben werden, muss sich erst zeigen. Denn wird von Abba nicht etwas anderes erwartet als ein Museum mit Postern, Fotos und alten Kostümen?

Viele - vor allem die Medien - hoffen auf die Wiedervereinigung der Musikgruppe. Oder zumindest ein einziges gemeinsames Konzert. Das ist doch nicht zu viel verlangt. Aber die vier Musiker sträuben sich dagegen. Bei der Eröffnung des Museums sagte Björn nun: "Es wird keine Wiedervereinigung geben. Diese Tür ist zu." Schade, gerade das, was hinter der Tür liegt, interessiert Musikfreunde am meisten.

Dass es ein Museum für eine Band schwer hat, weiß man seit dem Misserfolg der Beatlemania in Hamburg. Die Ausstellung kann noch so liebevoll gestaltet sein - wenn es den potenziellen Besuchern genügt, die Musik zu Hause zu hören, bleiben sie dem Museum fern. Oder lag es am fehlenden Telefon? In Hamburg gab es keinen Apparat, den Paul oder Ringo anwählen konnten. Einer wie Ringo hätte sicherlich seinen Spaß daran gehabt.

Tragisch wäre es, wenn gerade das Stockholmer Telefon - diese schöne Idee - eine Wiedervereinigung von Abba verhindern sollte. Man stelle sich vor: Agnetha, Anni-Frid, Benny oder Björn riefen an und niemand nähme den Hörer ab. Die ehemaligen Abba-Mitglieder bekämen das Gefühl, keiner interessiere sich mehr für sie. Dann würde das Telefon alsbald verstummen - und stünde als Museumsexponat für das Ende einer Bandgeschichte.

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