"Kultur verbindet!" : Otto Waalkes mit Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier verlieh den Orden im Schloss Bellevue unter anderem an Otto Waalkes.
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier verlieh den Orden im Schloss Bellevue unter anderem an Otto Waalkes. Foto: dpa/Bernd von Jutrczenka

Auch Musikproduzent Hans Zimmer, Fotograf Jim Rakete und Regisseurin Caroline Link wurden von Steinmeier ausgezeichnet.

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02. Oktober 2018, 18:18 Uhr

Berlin | Komiker Otto Waalkes (70) ist mit dem den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet worden. Der gebürtige Emder wurde zusammen mit Oscarpreisträger und Musikproduzent Hans Zimmer ("König der Löwen"), dem Fotografen Jim Rakete und der ebenfalls mit dem Oscar ausgezeichneten Regisseurin Caroline Link ("Nirgendwo in Afrika") unter dem Motto "Kultur verbindet!" geehrt. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier verlieh die Orden am 2. Oktober vor dem Tag der Deutschen Einheit im Schloss Bellevue in Berlin.

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"Mir wurd heute in Berlin das Bundesverdienstkreuz verliehen....der Wahnsinn!", schrieb Waalkes nach der Verleihung bei Twitter. "Von Blödel Otto zum nationalen Kulturgut, ein keiner Schritt für die Menschheit, ein großer Schritt für den kleinen Friesen!"

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Insgesamt werden 13 Frauen und 16 Männer aus Deutschland, Frankreich, Israel, der Schweiz und den USA ausgezeichnet. Sie haben sich mit außerordentlichen künstlerischen Leistungen oder kulturpolitischem Engagement um die Bundesrepublik verdient gemacht haben, wie das Bundespräsidialamt am Donnerstag mitteilte. Aus Niedersachsen ist auch Ellen Lorenz dabei: Die Rechtsanwältin ist seit 1991 die Vorsitzende des Kunstvereins Hannover. Aus Schleswig-Holstein wurde die Betriebsratsvorsitzende Heike Prieß geehrt. Sie setzt sich bei ihrer Arbeit für das Wohl der Kollegen ein und kümmere sich außerdem um die Jugend Brassband Quickborn in ihrem Landkreis.

Bei der Ordensverleihung am 2. Oktober zum Tag der Deutschen Einheit (3.10.) im Schloss Bellevue sollen zudem Christian Bau, Ralf Becker, Larissa Bender, Anne Birkenhauer-Molad, Christian Brückner, Rainald Goetz, Annette Humpe, Julia Jentsch, Ellen Lorenz, Michael Naumann, Kathrin Ollroge, Thomas Ostermeier, François Ozon, Heike Prieß, Neo Rauch, Martin Schläpfer, Ulrich S. Schubert, Jocelyn B. Smith, Wolfgang Tillmans, Katja Urbatsch, Be van Vark, Barbara Vinken, Gert Weber, Frank Michael Zeidler und Tabea Zimmermann ausgezeichnet werden.

Steinmeier wirbt für Toleranz gegenüber Verschiedenheiten

Unmittelbar vor dem Tag der Deutschen Einheit am Mittwoch erinnerte Steinmeier an die zentralen Begriffe der deutschen Nationalhymne: "Einigkeit und Recht und Freiheit: Das spricht sich so leicht", sagte er. Aber es bedeute auch, in Toleranz gegenüber Verschiedenheiten zu leben, "ohne staatliche Willkür und ohne Verhetzung und Gewalt auf den Straßen." In Freiheit zu leben heiße auch, kompromisslos für die Freiheit des Denkens, des Glaubens, der Wissenschaft und auch der Kunst einzutreten.

In einer kurzen Dankesrede, stellvertretend für alle Ordensträger, forderte der Fotograf Wolfgang Tillmans eine deutlichere Sprache der Politik gegen Versuche, die Gesellschaft zu spalten. "Wir erleben gerade gut organisierte und noch vor wenigen Jahren undenkbare Angriffe auf die internationale Zusammenarbeit, die freiheitliche Demokratie und auf die Europäische Union. Das kann nicht nur gefährlich werden. Das ist gefährlich."

Der Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland – in den meisten Fällen Verdienstkreuz genannt – wird für herausragendes Engagement um das Gemeinwohl verliehen. Er ist die höchste Ehrung, die der Staat zu vergeben hat. Der Orden wird in acht verschiedenen Stufen verliehen – von der Verdienstmedaille über das Große Verdienstkreuz mit Stern und Schulterband bis zur Sonderstufe des Großkreuzes.

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