Düsseldorf : Open-Air mit 13.000 Zuschauern: Großkonzert mit Sarah Connor findet statt

Kann Sarah Connor am 4. September in Düsseldorf vor 13000 Zuschauern auftreten? Im Streit um das geplante Konzert zeichnet sich eine Lösung ab.
Kann Sarah Connor am 4. September in Düsseldorf vor 13000 Zuschauern auftreten? Im Streit um das geplante Konzert zeichnet sich eine Lösung ab.

Der Streit um das geplante "Give Live A Chance"-Konzert in Düsseldorf ist offenbar beigelegt.

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13. August 2020, 11:22 Uhr

Düsseldorf | Nimmt man nur die Liste der angekündigten Künstlerinnen und Künstler, wäre das „Give Live A Chance“-Konzert in Düsseldorf eine Veranstaltung mit sehr begrenzter Strahlkraft geblieben. Weil Konzertveranstalter Marek Lieberberg das Konzert in der Düsseldorfer Merkur Spiel-Arena vor 13000 Zuschauerinnen und Zuschauern stattfinden lassen will, ist es zum Politikum geworden. Aktueller Stand: Das Konzert ist nicht abgesagt, aber ob es stattfinden darf, entscheiden die Behörden erst am 31. August, also vier Tage vor dem Konzert.

Mangelnde Sensibilität oder Profilierungssucht?

Vorausgegangen war ein heftiger Streit zwischen der Stadt Düsseldorf und dem Land Nordrhein-Westfalen. Als erstes hatte NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann „begründete Zweifel an der rechtlichen Grundlage“ des Konzerts geäußert. Seiner Auffassung nach hätte das Konzept und die Genehmigung des Konzerts mit seinem Ministerium abgestimmt werden müssen. In die gleiche Richtung zielte Landesvater Armin Laschet, der dem Düsseldorfer Oberbürgermeister Thomas Geisel mangelnde „Sensibilität“ im Umgang mit diesem Thema attestierte. Und aus dem Süden der Republik hatte sich schließlich Bayerns Ministerpräsident Markus Söder zu Wort gemeldet, der von einer „katastrophalen Signalwirkung für das ganze Land“ gesprochen hatte. Was wiederum SPD-Mann Geisel mit der Vermutung konterte, zwischen Söder und Laschet finde ein „politischer Profilierungswettbewerb“ statt. Umgekehrt war Laschet dem SPD-OB Geisel „Profilierungssucht“ vor.

Fachlich durchdachtes Hygienekonzept

Zwei Tage lang haben Stadt Düsseldorf und das Land Nordrhein-Westfalen jetzt offenbar miteinander verhandelt. Dabei hätten Experten des Gesundheitsministeriums "das von Lieberberg und der Veranstaltungstochter der Landeshauptstadt Düsseldorf D-Live entwickelte Hygienekonzept fachlich geprüft", heißt es in einer Presseerklärung von Minsterium und Stadt Düsseldorf. Die Fachleute "bestätigten, dass es sich vorbehaltlich einiger Fragen um ein fachlich durchdachtes Konzept handelt, das den Anforderungen des Infektionsschutzes für den Bereich der Arena angemessen Rechnung trägt." Das Konzept hatte Lieberberg bereits mit der Ankündigung des Konzerts vorgestellt. Es gelten die üblichen Abstandsregeln, Maskenpflicht während der ganzen 150 Minuten, Alkoholverbot, und der Einlass findet gestaffelt statt, ebenso der Auslass. Schließlich muss sich jeder Kartenkäufer mit Name und Adresse registrieren.

Knackpunkt der Gespräche waren denn auch mehr die aktuellen Coronazahlen. Gesundheistminister Karl-Josef Laumann (CDU) verwies dabei auf die Inzidenz, also die Zahl der Infizierten pro 100000 Einwohnern für die letzten sieben Tage. In Nordrhein-Westfalen liege der Wert bei 13,7, in Düsseldorf sogar bei 18,7. "Solange sich Inzidenz und Infektionsgeschehen auf hohem Niveau bewegen, wird eine Musikveranstaltung in dieser Größenordnung nicht stattfinden können", sagt Laumann.

Vorverkauf am Dienstag gestartet

Als Veranstaltungsort für das Konzert war auch Frankfurt im Gespräch gewesen. Das berichtet „Bild.de“ und zitiert den Geschäftsführer der Commerzbank-Arena, Patrik Meyer. Das Hygienekonzept sei in Frankfurt zwar auf Zustimmung gestoßen, das Gesundheitsdezernat habe die Veranstaltung aber mit Verweis auf das allgemeine Veranstaltungsverbot untersagt.

Während Düsseldorf und NRW laut miteinander gestritten haben, hat Berlin in aller Stille den Spielbetrieb an der Waldbühne vorbereitet. Dort dürfen laut Coronaverordung Veranstaltungen mit bis zu 5000 Gästen stattfinden. Entsprechend eröffnet die Waldbühne vom 4. bis 6. September die Spätsommersaison mit einem Konzertwochenende mit Roland Kaiser, Sido und Helge Schneider.

Mit dem Konzert in Düsseldorf will Konzertveranstalter Marek Lieberberg der Livemusik „endlich die verdiente Rolle zum Neustart geben.“ Die Livebranche ist seit dem Shutdown vom März zum Nichtstun verdammt; von den Agenten über die Künstler, Bühnen-, Ton- und Lichttechniker bis zu Tourbusfahrern hat eine ganze Szene keine Einkünfte mehr erzielen können.

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