Kommentar : Das Haus der Geschichte in Bonn? Genau richtig!

Loriots Sofa im 'Haus der Geschichte': Das Bonner Haus zeigt in seiner sehr sehenswerten Ausstellung zentrale Exponate zur politischen und gesellschaftlichen Kultur der Bundesrepublik. Foto: Wolfram Kastl/dpa
Loriots Sofa im "Haus der Geschichte": Das Bonner Haus zeigt in seiner sehr sehenswerten Ausstellung zentrale Exponate zur politischen und gesellschaftlichen Kultur der Bundesrepublik. Foto: Wolfram Kastl/dpa

Das "Haus der Geschichte" in Bonn wird 25 Jahre alt. Prompt mäkeln Kritiker an seinem Standort herum - in Berlin sei es doch viel besser aufgehoben. Unsinn! Ein Kommentar.

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13. Juni 2019, 14:22 Uhr

Bonn | Ob das "Haus der Geschichte in Bonn" am richtigen Platz ist? Und wie. Bonner Republik, das Wasserwerk, der Lange Eugen: In der Stadt am Rhein wurde Zeitgeschichte geschrieben und (West-) Deutschland geprägt. Bonn steht übrigens auch als Synonym für deutsche Demut und einen vielgestaltigen Föderalismus, der eben keine zentrale Großhauptstadt aller Deutschen braucht, sondern viele Zentren fördert und erlaubt. Ein bisschen alter Bonner Geist würde dem heutigen Berlin nicht schaden.

Eher stellt sich die Frage umgekehrt: Was soll noch alles nach Berlin? Und vor allem, warum? Dass das noble Deutsche Historische Museum dort immense Wirkungskraft entfalten würde, lässt sich nicht behaupten. Stattdessen zeigen kleine und große Beispiele wie das Hanse-Museum in Lübeck, Marta in Herford oder auch im Ausland etwa Moesgaard in Aarhus, Dänemark, dass auch an abgelegenen Standorten viel gelingen kann. Voraussetzung: Persönliche Vernetzung und digitale Kanäle, fachliches Engagement und ein gutes Thema wirken zusammen.

Gefragt wäre dafür aber auch die Bonner Einrichtung selbst. Die Ausstellung selbst ist sehenswert. Aber wo treten ihre Akteure als Experten auf? Wie vermarkten sie ihr Programm? Welche Debatten stoßen sie an? Wen kennen sie? Und wer kennt sie? Da besteht Luft nach oben. Nur hat das nichts mit dem Standort zu tun.

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