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Geschichte : 6000 Akteure stellen Völkerschlacht nach

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Es ist etwa 14 Uhr, als am Sonntag die ersten Kanonensalven krachend den Beginn der Gefechts ankündigen. Rund 6000 Akteure aus 24 Ländern hatten sich schon seit Tagen am Rande von Leipzig versammelt, um die Völkerschlacht am Originalschauplatz von einst nachzustellen.

Genau 200 Jahre liegt diese nun zurück, das Spektakel in historischen Kostümen ist ein Highlight der Feierlichkeiten.

30 000 bis 35 000 Besucher haben sich am historischen Gefechtsfeld in Markkleeberg vor den Toren der Stadt eingefunden. Allerdings ist der Unmut zum Teil groß: Lange Wartezeiten gibt es an den Eingängen, wodurch auch der Auftakt des Spektakels verschoben werden muss - und dann können viele das Schlachtfeld kaum sehen.

Die meisten der Freizeitsoldaten hatten in Biwaks campiert, wo sie zum Teil auch ihre Speisen auf offenen Feuerstellen zubereiteten. In langen Kolonnen waren sie zum Gefechtsfeld marschiert, auch Kanonen waren in die Weinteichsenke geschleppt worden. Auf gut 250 Pferden galoppierten Kavalleristen über das Feld. Damals hatten sich mehrere Hunderttausend Soldaten gegenübergestanden. Die alliierten Truppen aus Russland, Preußen, Österreich, Schweden und England fügten dem französischen Heer eine Niederlage zu und besiegelten damit das Ende der Vorherrschaft Napoleons. 90 000 Menschen starben.

Am Rande des Schlachtfeldes ist die Stimmung am Sonntag bei vielen getrübt. «15 Euro für einen Stehplatz und dann siehst du nichts», beklagt sich nicht nur Ronny Klenke, der mit Freunden aus Chemnitz angereist ist. Eine Gebirgsjäger-Einheit, extra aus Garmisch-Partenkirchen gekommen, verneint die Frage, ob die Darstellung als Taktikschulung nutzbar ist. «Ewig herumstehen und warten und dann kaum etwas sehen, da fragt man sich, warum man dafür so weit gefahren ist», sagt ein Hauptfeldwebel.

Bruce Brendan aus England dagegen hat sich für 100 Euro einen VIP-Sitzplatz auf einer der Tribünen geleistet - und ist begeistert von der Schau. Am Rande hatte es auch Proteste gegen die Nachstellung der Kämpfe gegeben. «Kriegskarneval» hatten Aktivisten in Markkleeberg auf die Straße geschrieben, das kritische Netzwerk Attac weist an einem Stand darauf hin, dass derzeit weltweit fast 40 Kriegsschauplätze zu verzeichnen sind.

Solche Einwände wollen die Veranstalter nicht gelten lassen. «Unser Ziel ist es, die Menschen für Geschichte zu begeistern», sagt Michél Kothe, Vorsitzender des Verbandes Jahrfeier der Völkerschlacht bei Leipzig 1813. «Sie sollen zu uns kommen und sich anschließend vielleicht auch ein Geschichtsbuch kaufen.» Zudem wolle man mit der Darstellung der Toten des damaligen Gemetzels gedenken. Aus Kreisen der polnischen Teilnehmer ist zu hören, im gemeinsamen Biwak sei die europäische Verständigung und Einigung direkt erlebbar gewesen.

Mit der historischen Gefechtsdarstellung wird an die Völkerschlacht bei Leipzig erinnert, in deren Verlauf vor 200 Jahren rund 600 000 Soldaten aufeinandertrafen. Dabei erlitten die Truppen des Kaisers Napoleon eine Niederlage, mit der das Ende der Vorherrschaft des Franzosen in Mitteleuropa besiegelt wurde.

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erstellt am 20.Okt.2013 | 14:03 Uhr

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